Der Bundestag hat am 10. Juli 2026 die umstrittene Krankenkassenreform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) beschlossen. Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sollen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt und weitere Beitragserhöhungen verhindert werden. Von Beginn an gab es scharfe Kritik an Warkens Sparpaket.
Für die Logopädie besonders kritisch sind: die geplante Rückkehr zur Grundlohnsummenbindung und der zusätzliche Abschlag von einem Prozentpunkt über einen Zeitraum von drei Jahren.
Wir finden: Die Politik setzt mit der Reform die falschen Prioritäten: Anstatt die Attraktivität der Therapieberufe zu steigern und damit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken sowie die wohnortnahe Versorgung zu sichern, werden die wirtschaftlichen Grundlagen tausender Praxen geschwächt. Eine Unterversorgung mit therapeutischen Leistungen ist damit vorprogrammiert.
Mit verbündeten Kräften gegen die Sparmaßnahmen
Gemeinsam mit dem Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV), in dem wir Mitglied sind, setzten wir uns gegen die Sparmaßnahmen ein. Wir sind davon überzeugt, dass die Heilmittelerbringer*innen durch Allianzen wie diese besonders wirkungsstark sind.
Zusammen motivierten wir Therapeut*innen und Patient*innen dazu, in den fachlichen Austausch mit Politiker*innen zu treten. Unterstützende Materialien stellte die SHV-Geschäftsführung bereit. Und auch wir boten direkte Unterstützung an.
Regelmäßig kritisierten wir offen das Gesetz und suchten konstruktiven Austausch mit den Politiker*innen, wie beispielsweise hier nachzulesen ist:
Weitere Berichte zu den Gesprächen finden Sie auf der SHV-Website.
Mit unserer gemeinsamen Social-Media-Kampagne konnten wir zudem Heilmittelerbringer*innen vernetzen und ihrer Kritik am Gesetz eine starke öffentliche Stimme verleihen.

In den entscheidenden Wochen des Gesetzgebungsverfahrens veröffentlichten wir gemeinsam mit den anderen Verbänden im SHV zehn Statements. Sie sollten zum Teilen motivieren, auf die problematischen Sparmaßnahmen im Heilmittelbereich aufmerksam machen und dazu anregen, sich dagegen zu positionieren. Die ersten drei sehen Sie hier beispielhaft. Alle weiteren finden Sie auf unseren Social-Media-Kanälen.
68.178 unterschreiben Petition gegen das Gesetz
Auch Therapeut*innen riefen eigeninitiativ zum Widerstand gegen die geplanten Sparmaßnahmen auf. Die Petition “Sichert die therapeutische Versorgung!“ unterschrieben 68.178 Menschen (Stand: 24. Juli 2026).
Zu den zentralen Forderungen der Petition gehörten:
- eine faire und sichere Finanzierung der Therapien sowie
- keine Kürzungen auf Kosten der Versorgung.
Wir unterstützten den Aufruf zur Unterzeichnung der Petition mehrfach.
Unsere Perspektive: Was bedeutet das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz für die Logopädie?
Unterstützend zu unserer gemeinsamen Kampagne mit den anderen Heilmittelverbänden im SHV haben wir uns auch mit den direkten Folgen für die Logopädie auseinandergesetzt. So wollten wir zum einen informieren, aber auch alle in der Logopädie Tätigen dazu ermutigen, sich gegen das Gesetz auszusprechen.
Für alle, die sich näher dazu informieren möchten:
Neben führten auch wir Gespräche mit Politiker*innen und hofften auf ein positives Entgegenkommen.
Die Entscheidung ist gefallen – unser Einsatz bleibt
Als am 10. Juli 2026 die Entscheidung für das Gesetz gefallen ist, war die Enttäuschung groß. Weder die wiederholten Gespräche mit Abgeordneten noch die deutliche Kritik der Heilmittelbranche haben wesentliche Änderungen am Gesetzentwurf bewirkt. Die kommenden Jahre werden herausfordernd. Für uns bedeutet das vor allem eines: dranbleiben und uns weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, auch unter diesen erschwerten Rahmenbedingungen das Bestmögliche für alle in der Logopädie Tätigen sowie eine hochwertige therapeutische Versorgung zu erreichen.