Knowledge Base | 10.04.2026
Gehalt in der ambulanten Praxis
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Dieses Dokument ist Mitgliedern des dbl vorbehalten
Liebe Kolleg*innen,
wir freuen uns, Ihnen die Ergebnisse der bundesweiten Gehaltsumfrage unter in Praxen angestellten Logopäd*innen vorstellen zu können. Die Umfrage wurde im Januar und Februar 2026 durchgeführt. In die Auswertung flossen 1.159 vollständig auswertbare Fragebögen ein.
Die Daten geben einen umfassenden Einblick in die aktuelle Vergütungssituation angestellter Logopäd*innen in Deutschland. Sie zeigen, welche Faktoren das Einkommen maßgeblich beeinflussen und wie zufrieden die Angestellten mit ihrem Gehalt sind. Ziel der Veröffentlichung ist es, mehr Transparenz zu schaffen – sowohl für Angestellte als auch für Praxisinhaber*innen. Die Ergebnisse können als Orientierung in praxisinternen Gehaltsgesprächen dienen und gleichzeitig eine fundierte Grundlage für die berufspolitische Diskussion bieten.
Der dbl spricht aufgrund rechtlicher Vorgaben bewusst keine Gehaltsempfehlungen aus. Zudem entstehen ein ‚angemessenes‘ Gehalt und ein guter Arbeitsplatz stets aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die differenziert und individuell betrachtet werden müssen. Unsere Aufgabe sehen wir daher darin, verlässliche Daten bereitzustellen, die Teil einer fundierten, fairen und gut begründeten Entscheidungsfindung sein können.
Überblick: Das verdienen angestellte Logopäd*innen
In der Gehaltsumfrage haben wir unter anderem den Bruttomonatslohn und die Anzahl der Wochenarbeitsstunden abgefragt. Aus diesen Angaben wurde dann der Stundenlohn berechnet, welcher aufgrund der heterogenen Stundenzahlen eine höhere Vergleichbarkeit bietet.
Nur 4,5 Prozent der Befragten gaben an, 40 Stunden pro Woche zu arbeiten. Bei den restlichen Befragten war die Wochenarbeitszeit geringer. Die Anzahl der Wochenstunden entsprach dabei meist weitgehend auch der Anzahl der wöchentlich zu leistenden Therapieeinheiten.
Der Medianstundenlohn von 22,25 Euro zeigt: Die Vergütung in der Logopädie ist bundesweit relativ homogen.
Abbildung 1 – Gehaltsspanne – Stundenlohn Median
Die Quartile zeigen die Streuungsbreite der mittleren 50 Prozent der Löhne. Ein Großteil der Gehälter liegt relativ eng zwischen 20,19 Euro und 24,06 Euro pro Stunde. Erstes Quartil (Q1): 25 Prozent der Befragten verdienen 20,19 Euro oder weniger pro Stunde, Median: Die eine Hälfte der Befragten verdient weniger als 22,25 Euro, die andere Hälfte verdient mehr. Drittes Quartil (Q3): 75 Prozent der Befragten verdienen maximal 24,06 Euro pro Stunde, nur 25 Prozent verdienen mehr. Große Ausreißer nach oben oder unten sind selten. Trotzdem ist die Spannweite der Gehälter insgesamt noch deutlich größer. Besorgt hat uns, dass 26 Personen angegeben haben, unter dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro zu verdienen, was rechtlich unzulässig ist. Tipp: Zur Berechnung des eigenen Stundenlohns stehen im Internet zahlreiche Stundenlohnrechner zur Verfügung.
Zufriedenheit mit der Bezahlung
Das Bild ist differenziert: Viele Logopäd*innen empfinden ihr Gehalt im direkten Berufsumfeld als akzeptabel, doch sobald der Blick weiter geht, wird die Einschätzung deutlich kritischer.
Abbildung 2 – Zufriedenheit
Gesamtzufriedenheit
55 Prozent der Befragten sind mit ihrem Gehalt insgesamt eher oder voll zufrieden. Klare Unzufriedenheit äußern 34 Prozent. Starke Zufriedenheit ist nur bei einer Minderheit zu beobachten: Nur 13,7 Prozent stimmen voll und ganz zu. Viele empfinden ihre Vergütung als in Ordnung, aber nicht gut.
Interne Fairness
55,2 Prozent der Befragten empfinden ihr Gehalt im Vergleich zu Kolleg*innen als fair. Die interne Vergleichsgerechtigkeit im Berufsstand scheint also weitgehend gegeben. Die Unzufriedenheit richtet sich nicht gegen Ungerechtigkeit innerhalb des Berufs, sondern gegen das Gehaltsniveau insgesamt.
Gesellschaftliche Wertschätzung: der kritischste Bereich
68,3 Prozent der Befragten fühlen sich gesellschaftlich unterbezahlt. Nur 18,6 Prozent empfinden die Bezahlung im gesellschaftlichen Vergleich als fair. Es ist der schlechteste Wert aller sechs Zufriedenheitsbereiche der Befragung.
Dieser Befund ist für die berufspolitische Argumentation besonders relevant und bestärkt uns darin, uns weiterhin für eine gerechte Vergütung logopädischer Leistungen einzusetzen und Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit, etwa zur Wiedereinführung der Grundlohnsummenbindung nicht hinzunehmen.
Finanzielle Absicherung: die größten Sorgen
Noch deutlicher als die allgemeine Unzufriedenheit ist die Einschätzung zur langfristigen finanziellen Situation. Über die Hälfte der angestellten Logopäd*innen lebt ohne finanzielle Rücklagen. Fast zwei Drittel geben an, keine ausreichende Altersvorsorge aufbauen zu können. Hierin sehen wir ein eindeutiges Zeichen für eine strukturell zu niedrige Vergütung.
Einflussfaktoren auf das Gehalt
Welche Faktoren beeinflussen messbar das Einkommen? Wir haben das Alter, die Berufserfahrung, die Praxiszugehörigkeit, die Wochenstunden und die zu leistenden Therapieeinheiten, den Abschluss, das Geschlecht, den Arbeitsort, Zusatzleistungen sowie die Anzahl der unbezahlten Arbeitsstunden erhoben. Nicht alle naheliegenden Faktoren haben den erwarteten Einfluss auf das Einkommen:
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