Meldungen | 18.09.2025
Vier-Länder-Tagung 2025
Im schönen Luzern in der Schweiz trafen sich vom 11. bis 12. September 2025 die Präsidentinnen und Vizepräsidentinnen von vier deutschsprachigen Verbänden – darunter der dbl, der Berufsverband der Logopädinnen und Logopäden Liechtenstein (BLL), der Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband (DLV) und Logopädieaustria – zu der jährlichen Vier-Länder-Tagung. Mit dabei waren für den dbl die Präsidentin Dagmar Karrasch und die Vizepräsidentin Heidemarie Büchner.
Foto: v.l.: Edith Bohli-Wiederkehr (DLV), Bérénice Wisard(DLV), Dagmar Karrasch (dbl), Heidemarie Büchner (dbl), Denise Steinhauser (DLV), Martina Herburger (BLL), Angela Caminada (BLL), Martina Neumayer-Tinhof (logopädieaustria), Anna Glück (logopädieaustria) / © Bérénice Wisard
Neben den Länderberichten war die Tagesordnung wieder mit vielen verschiedenen Themen gefüllt. Unter anderem fand ein Austausch zur Versorgung von Kindern mit Mutismus statt. Anlass dafür war die Sorge einzelner Kolleg*innen aus Deutschland über die Gestaltung der zukünftigen logopädischen bzw. psychotherapeutischen Versorgung von Kindern mit Mutismus. Diese Sorge entstand im Rahmen der Auseinandersetzung mit der S3-Leitlinie zur „Therapie von Sprachentwicklungsstörungen“ (Therapie von Sprachentwicklungsstörungen | Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V.).
In diesem Austausch wurden erneut die unterschiedlichen Versorgungswege in den einzelnen Ländern deutlich. So sind beispielsweise in der Schweiz die logopädischen Leistungen für Kinder vorwiegend im Bildungsbereich verortet, wodurch der Zugang zur Logopädie – anders als in Deutschland – direkt möglich ist.
Ein weiteres – sehr lebhaft diskutiertes – Thema war der Umgang der Verbände mit der Zunahme von Selbstzahlerleistungen bzw. selbstzahlenden Patient*innen. Der Austausch dazu zeigte einige Gemeinsamkeiten, aber auch nationale Unterschiede hinsichtlich der Rahmenbedingungen und ethischen Perspektiven.
Einig waren sich die Verbände darin, dass die logopädische Versorgungs- bzw. Gesundheits- und Bildungschancen nicht vom sozioökonomischen Status abhängig sein dürfen. Ebenso waren die Verbände einer Meinung darüber, dass die Politik in allen vier Ländern dringend handeln müsse, um strukturelle und wirtschaftliche Mängel in der logopädischen Ausbildung und Berufsausübung zu beheben, um dem Fachkräftemangel, der in allen Ländern vorliegt, sowie den Versorgungsengpässen wirksam entgegenzuwirken. So könnten auch wirtschaftliche Fehlleitungen oder individuelle Kompensationen, etwa über Selbstzahlerleistungen, vermieden werden.
Wie geht es weiter?
Nach einem – wieder einmal – bereichernden Treffen freuen wir uns darauf, im kommenden Jahr Gastgeber der Vier-Länder-Tagung zu sein, die 2026 in Deutschland stattfinden wird. Bis dahin wird in den Verbänden weiter an gemeinsamen Themen gearbeitet. Eines davon ist der Studi-Campus im Rahmen unseres dbl-Kongresses 2026 in Weimar, zu dem wir Sie herzlich einladen.
Zur Vier-Länder-Tagung
Bereits seit mehreren Jahrzehnten treffen sich die Präsidentinnen und Vizepräsidentinnen der vier deutschsprachigen Logopädie-Verbände aus Österreich (logopädieaustria), Liechtenstein (BLL), dem deutschsprachigen Teil der Schweiz (DLV) und Deutschland (dbl) zur jährlich stattfindenden Vier-Länder-Tagung, um sich über aktuelle politische und fachliche Entwicklungen der Logopädie in den jeweiligen Ländern auszutauschen. Ziel der Treffen ist es, diese Entwicklungen gemeinsam positiv zu begleiten und voranzutreiben sowie voneinander für die eigene Verbandsarbeit zu lernen oder auch gemeinsame Aktivitäten abzuleiten.
Die sichtbaren Ergebnisse der Vier-Länder-Tagung sind vielfältig, hier eine kleine Auswahl:
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