Meldungen | 09.09.2025

Tag des alkoholgeschädigten Kindes

Auch Sprach-/Sprech- und Schluckprobleme bei den Betroffenen
Jedes Jahr werden laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung allein in Deutschland rund 10.000 Kinder mit der Fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) geboren. Diese noch eher unbekannte Behinderung entsteht, wenn ein ungeborenes Kind mit Alkohol in Berührung kommt.

Mit dem Aktionstag am 9. September soll darauf aufmerksam gemacht werden, wie gefährlich der Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ist. Die Beschwerden der FASD-Betroffenen reichen von Wachstumsstörungen bis hin zu Sprech-, Sprach- und Hörstörungen. Umso wichtiger ist es, über FASD aufzuklären und die Rolle der Logopädie bei der Unterstützung Betroffener hervorzuheben.

Was ist FASD?

Die Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD – fetal alcohol spectrum disorders) umfasst alle Schäden, die entstehen, wenn ein ungeborenes Kind schon im Mutterleib mit Alkohol in Berührung kommt. Die Liste der möglichen Beschwerden ist lang. Darunter befinden sich Wachstumsauffälligkeiten, kognitive Störungen aber auch Sprach-/Sprech- und Schluckprobleme. Wissenschaftler*innen schätzen, dass in Deutschland circa 800.000 Menschen von Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) betroffen sind, davon etwa 130.000 Kinder und Jugendliche.

Häufigkeit der Störungen und Einschränkungen bei FASD-Betroffenen

Bei Alkoholkonsum in der Schwangerschaft werden neben dem Gehirn auch das zentrale Nervensystem und weitere Organe beschädigt. Das hat gravierende Folgen, die auch für die logopädische Therapie von zentraler Bedeutung sein können. So haben etwa 71,5 Prozent der Betroffenen Schwierigkeiten beim Sprach- und Aufgabenverständnis, 69 Prozent weisen Schwierigkeiten beim verstehenden Lesen auf. Auch Hörverlust kann auftreten. Etwa14,6 Prozent sind betroffen – das ist 73 Prozent häufiger als bei der Durchschnittsbevölkerung. 2,6 Prozent der Betroffenen werden mit einer Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte geboren. Das ist 25 Prozent häufiger als bei der Durchschnittsbevölkerung. Hinzu kommen auch die Störungen des Kurzzeitgedächtnisses bei 81,5 Prozent und des Langzeitgedächtnisses bei 67,5 Prozent der Betroffenen. Diese und weitere Folgen listet das Bundesgesundheitsministerium in der Broschüre „Die Fetale Alkoholspektrumstörung. Die wichtigsten Fragen der sozialrechtlichen Praxis“ auf.

Wie kann Logopädie bei FASD helfen?

Eine FASD ist nicht heilbar. Kinder können jedoch mit therapeutischer Unterstützung ihre Fähigkeiten verbessern. Hierbei sind vor allem die Früherkennung und Frühförderung wichtig. Eine FASD ist nicht heilbar, allerdings können Kinder mit therapeutischer Unterstützung ihre Fähigkeiten verbessern, so dbl-Logopädin Ina Lippold. Die Expertin erklärt: „Die Logopädie spielt eine entscheidende Rolle in der Unterstützung von Kindern mit FASD. Sie kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Lebensqualität und die Teilhabe von Menschen mit FASD zu verbessern. Besonders herausfordernd ist bei der logopädischen Arbeit mit diesen Patient*Innen die Tatsache, dass diese Kinder oft zusätzlich mit Aufmerksamkeits- und Gedächtnisproblemen zu kämpfen haben. Daher erfordert die Therapie ein gutes Hintergrundwissen, Geduld und individuelle Anpassung, um den speziellen Bedürfnissen jedes Kindes gerecht zu werden. Wichtig ist dabei immer eine möglichst früh gestellte Diagnose, damit den Kindern und ihren Bezugspersonen die geeignete individuelle Unterstützung angeboten werden kann. Leider ist die Dunkelziffer bei dieser Behinderung immer noch sehr hoch.“

Weitere Informationen zu FASD finden Sie hier:

 

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