#Redeflussstörungen (Stottern/Poltern)
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Logopädie | 22.10.2026
Stottern verstehen: Orientierungshilfe für Betroffene und Therapeut*innen
Zum Welttag des Stotterns am 22. Oktober 2026
Die evidenzbasierte Stottertherapie hat viele Möglichkeiten, aber auch Grenzen. Anlässlich des Welttags des Stotterns am 22. Oktober 2026 werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Fakten und geben eine Orientierungshilfe für Betroffene und Therapeut*innen.
Was ist Stottern?
Stottern ist eine Störung des Redeflusses, bei der der Redefluss durch Wiederholungen, Dehnungen und Blockaden unterbrochen wird
Stottern löst Unsicherheiten und Vorurteilen aus – dies jedoch zu Unrecht, wie die Forschung der letzten Jahre gezeigt hat. So kann Stottern gezielt erkannt und bei Bedarf in allen Altersgruppen gut behandelt werden. Auch das Wissen über Ursachen und Erscheinungsbild des Stotterns hilft, die Redeflussstörung zu erfassen und Betroffene sowie Eltern spezifisch zu beraten.
Ist Stottern „heilbar“?
Viele stotternde Kinder zeigen eine deutliche Besserung oder ein vollständiges Verschwinden der Symptome im Verlauf der Entwicklung, was durch gezielte therapeutische Maßnahmen zusätzlich gefördert werden kann. Bei Erwachsenen gilt eine vollständige „Heilung“ des Stotterns hingegen als unwahrscheinlich. Entsprechend kann und darf „Heilung“ nicht das erklärte Ziel logopädischer Therapie sein. Gesichert ist jedoch, dass Menschen jeden Alters von einer Stottertherapie profitieren können, die sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert.
Wissenschaftliche Leitlinien als Orientierungshilfe
Bei der Suche nach Therapiemethoden, deren Wirksamkeit in wissenschaftlichen Studien belegt wurden, sind Leitlinien medizinischer Fachgesellschaften eine verlässliche Informationsquelle. Zum Stottern liegt eine qualitativ hochwertige S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (DGPP) vor, die auch in einer Version für Patient*innen kostenlos heruntergeladen werden kann: S3-Leitlinie Redeflussstörungen, Pathogenese, Diagnostik und Behandlung.
Netzwerkmöglichkeiten und Unterstützungsangebote
Für Betroffene, Eltern und Angehörige
Informationen und Unterstützung zur Therapeutensuche bekommen Sie bei der Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e.V. (BVSS). Für Kinder und Jugendliche gibt es außerdem die Flow-Sprechgruppe der BVSS. Hier können sich junge Menschen austauschen und vernetzen.
Übrigens: Flow ist für den Deutschen Engagementpreis 2026 nominiert und kann beim Publikumsvoting bis zu 10.000 Euro gewinnen. Wer die Gruppe unterstützen möchte, kann noch bis zum 29. Oktober 2026 für sie abstimmen: Publikumspreis-Voting: Flow – Die junge Sprechgruppe der Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e.V.
Auch bei ELSA, European League of Stuttering Associations (Europäischer Dachverband nationaler Stotterer-Selbsthilfeorganisationen) können sich Betroffene vernetzen und unterstützen.
Die Stuttering Foundation kann ebenso eine hilfreiche Anlaufstelle sein. Sie ist eine Nonprofit-Organisation zur Hilfe stotternder Menschen.
Für Therapeut*innen
Als Therapeut*in und dbl-Mitglied können Sie sich zu Therapiemöglichkeiten in unserem Mitgliederportal wir.dbl-ev.de austauschen.
Vernetzungsmöglichkeiten gibt es auch bei diesen Fachorganisationen:
Weitere Anlaufstellen, Literaturlinks und Informationen haben wir für Sie auf unserer „Fachwissen Logopädie“-Seite zusammengefasst.
Medientipps
Wer mehr über Stottern erfahren möchte, findet bei unseren Medientipps zum Welttag des Stotterns 2026 hilfreiche Anregungen zum Schauen, Hören und Weiterdenken. Zum Beitrag gelangen Sie hier.
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