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Meldungen | 03.12.2025
Gesundheitsberufe akademisieren − MehrWert für die Versorgung?
Symposium an der OTH in Regensburg
An der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH) fand am Dienstag, den 25. November 2025 ein spannendes Symposium mit dem Titel „Gesundheitsberufe akademisieren − MehrWert für die Versorgung?“ statt. An der hybriden Veranstaltung nahmen über 100 Personen digital teil und 150-200 Teilnehmer*innen lauschten den Vorträgen und der Podiumsdiskussion in Präsenz.
v.l.: Kerstin Hartmann (Studiengangleitung Hebammenkunde), Prof. Dr. Andrea Pfingsten (Physiotherapie), Prof. Dr. Uta Gaidys (Wissenschaftsrat), Prof. Dr. Norina Lauer (Logopädie), Prof. Dr. Christiane Wissing (Pflegewissenschaft), Prof. Dr. Ralph Schneider (Präsident der OTH Regensburg)
Weiterentwicklung der Gesundheitsberufe − welche Rolle spielt der Wissenschaftsrat?
Die Moderation wurde durch Prof. Dr. Norina Lauer, (OTH) übernommen. Das interdisziplinäre Symposium begann mit einem Grußwort des Präsidenten der OTH Regensburg, Prof. Dr. Ralph Schneider. Dem folgte der Vortrag von Prof. Dr. Uta Gaidys. Prof. Gaidys ist Mitglied im Wissenschaftsrat, der im Jahr 2023 seine Empfehlungen zu den Gesundheitsberufen abgegeben hat. Sie widmete ihren Vortrag den „Perspektiven für die Weiterentwicklung der Gesundheitsfachberufe. Wissenschaftliche Potenziale erkennen und nutzen“. Inhaltlich ging sie auf die Veröffentlichungen und Empfehlungen des Wissenschaftsrates von 2010 – 2023, den IST-Stand, die Disziplinbildung und die Gestaltung der Berufspraxis ein. Interessant war dabei, einen Einblick in die Struktur und Arbeitsweise des Wissenschaftsrats zu bekommen.
Warum ist die Akademisierung der Gesundheitsberufe notwendig?
Im Anschluss gingen Prof. Dr. Christiane Wissing und Prof. Dr. Andrea Pfingsten, beide von der OTH Regensburg, auf die „Versorgungsqualität durch Akademisierung“ ein. Sie beleuchteten in ihrem Vortrag den Mehrwert durch Kompetenzen, den Mehrwert durch Evidenzbasierung und den Mehrwert durch neue Versorgungsformen. Dabei hielten sie fest, dass für eine adäquate Therapiequalität und -quantität eine vollständige Akademisierung der therapeutischen Gesundheitsberufe erforderlich ist. Um dies zu untermauern, gingen sie auf Forschungsergebnisse ein, die darauf hinweisen, dass eine evidenzbasierte Praxis und Entscheidungsfindung konsistent zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung, einer höheren Patientensicherheit sowie positiven klinischen Ergebnissen führt.
Worin liegt der Unterschied zwischen Logopädie und den anderen Therapieberufen?
Den Vorträgen schloss sich eine Podiumsdiskussion an. Die Diskussionsteilnehmer*innen waren Prof. Dr. Uta Gaidys und Thomas Nickl (Praxisinhaber einer physiotherapeutischen Praxis mit ausschließlich hochschulisch ausgebildeten Physiotherapeut*innen). Digital zugeschaltet war Linda Schrey-Dern. Neben Fragen zur Arbeitsweise akademisch ausgebildeter Physiotherapeut*innen in der ambulanten Praxis ging es auch um die hochschulische Praxis-Ausbildung der Logopädie. Die Grundlagen therapeutischer Kompetenz werden an der Hochschule durch die interne Praxis vermittelt. Des Weiteren wies Schrey-Dern darauf hin, dass die Zahlung einer Ausbildungsvergütung in der Logopädie entbehrlich sei, weil es keine “Praxisanleitung” im Sinne des Pflegeberufegesetzes gäbe und der zeitliche Umfang der externen Praktika in der Logopädie/Sprachtherapie in keiner Weise mit dem in der Pflege oder der Physio- oder Ergotherapie vergleichbar sei.
Insgesamt war es ein sehr lebendiges und aus vielen Perspektiven bereicherndes Symposium, welches durch die OTH sehr gut geplant und durchgeführt wurde.
Sarah Leder, Antje Krüger
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