Meldungen | 19.01.2026
Fachverbände der Kleinen Fächer nehmen Stellung zur WissZeitVG-Reform
Die Fachverbände der Kleinen Fächer, darunter auch der Deutsche Verband für Logopädie e.V. (dbl), fordern bei der geplanten Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) klare Nachbesserungen, wie aus dem veröffentlichten Forderungspapier hervorgeht.
Zentrale Anliegen der Fachverbände
Eine der Forderungen der Fachverbände ist der Erhalt der Drittmittelbefristung als eigenständiger Befristungsgrund: Drittmittelprojekte seien für die oft strukturell unterfinanzierten Kleinen Fächer unverzichtbar und dienten in erster Linie der Forschung. Die Befristung müsse dabei klar vom Qualifizierungszweck getrennt werden. Hochqualifizierte Wissenschaftler*innen müssten weiterhin projektbezogen beschäftigt werden können. Zugleich dürften kurze Projektlaufzeiten den wissenschaftlichen Nachwuchs nicht aus Forschung und Ausbildung verdrängen.
Zudem wenden sich die Verbände gegen eine weitere Verkürzung der Höchstbefristungsdauer von derzeit 6 + 6 Jahren, nach welcher Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen grundsätzlich für maximal zwölf Jahre (Medizin: 15 Jahre befristet an einer deutschen Hochschule angestellt werden dürfen. Schon die bestehende Regelung setze Wissenschaftler*innen unter hohen Zeitdruck und erschwere in Fächern mit wenigen Stellen fachlich sinnvolle Personaleinstellungen. Eine weitere Verkürzung der Höchstbefristungsdauer gefährde u.a. Wissenschaftsfreiheit und berufliche Perspektiven, zumal Qualifizierungswege je nach Fach sehr unterschiedlich lang seien.
Darüber hinaus fordern die Kleinen Fächer eine faire und bundesweit einheitliche Anrechnung von Zeiten. Verträge von studentischen Hilfswissenschaftler*innen vor dem Masterabschluss sollen nicht auf die Befristungshöchstgrenze angerechnet werden. Elternzeiten müssten verbindlich berücksichtigt werden, unter anderem durch eine gesetzliche Verlängerung der Höchstbefristungsdauer um zwei Jahre pro Kind unter 18 Jahren, das betreut wird.
„Es muss im Interesse des Gesetzgebers liegen, dass die Kleinen Fächer keinen Schaden nehmen und gut ausgebildete und innovative Forscher*innen, die das Fach in die Zukunft tragen, dem Hochschulbetrieb erhalten bleiben“, lautet der Appell.
Die ausführlichen Forderungen sowie weitere Informationen können Sie im Forderungspapier nachlesen:
Hintergrund
Im Mai 2023 wurde die Logopädie in das Portal Kleine Fächer des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aufgenommen. Um als Fach anerkannt zu werden, muss es neben den unbefristeten Professuren auch eine eigene Fachgesellschaft geben, das Selbstverständnis, ein eigenes Fach darzustellen, eine Fachzeitschrift muss vorhanden sein und ein Studiengang mit eigenen Schwerpunkten. Alle diese Kriterien erfüllt die hochschulische Logopädie.
Das Portal Kleine Fächer finden Sie hier und direkt zur Logopädie geht es hier entlang. Informationen zu den Kleinen Fächern finden sich auf den Seiten des BMBF.
Weitere Informationen zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz finden Sie hier.
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