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Meldungen | 05.02.2026

Reform der Therapieberufe: Petition nach über zwei Jahren beim BMG

Über 15.000 Fachpersonen fordern Vollakademisierung der Therapieberufe
2022 startete die vom Bündnis Therapieberufe an die Hochschulen initiierte Petition „Therapieberufe reformieren – für die Lebensqualität von morgen!“. Diese hatte das Bündnis mit einer großangelegten Kampagne ins Leben gerufen und darin die Vollakademisierung der drei Therapieberufe gefordert. Insgesamt zeichneten über 15.000 Unterstützer*innen die Petition.

Im September 2023 war diese dann beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingereicht worden – die erste Zwischenstandübergabe erfolgte sogar bereits 2022.

Vor Kurzem, also nach mehr als zwei Jahren, wurde sie vom Bundestag an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) weitergeleitet, wie das BMG dem Bündnis in einem Schreiben mitteilte.

Bundesministerium sieht Teilakademisierung vor

In dem Scheiben heißt es, dass sich der Referentenentwurf des Physiotherapieberufereformgesetz derzeit in der Ressortabstimmung befinde. Dem Bündnis Therapieberufe an die Hochschulen sowie anderen Verbänden solle im weiteren Verfahren die Gelegenheit gegeben werden, ihre fachlichen Positionen und Anliegen einzubringen.

Am Ende des Schreibens weist der Petitionsausschuss auf den Koalitionsvertrag der 21. Wahlperiode hin, in dem „die Berufsgesetze für die Ergotherapie, die Logopädie und die Physiotherapie zukunftsfest, aber unter Ausschluss einer Vollakademisierung“, reformiert werden sollen. Das wird nicht nur 15.000 Petitionsunterzeichner*innen, die sich für die Vollakademisierung ausgesprochen haben, nicht gerecht, sondern auch die Realität der Anforderungen der Therapieberufe wird damit außer Acht gelassen.

Dabei sind dem BMG die Argumente für die Relevanz der Vollakademisierung vielfach vorgelegt worden. So wurde das BMG nicht nur im Rahmen der Petition 2022 ausführlich darüber informiert. Auch im Zuge anderer berufspolitischen Aktionen und Kampanien des Bündnis Therapieberufe an Hochschulen und des Arbeitskreises Berufsgesetz wurden dem Bundesministerium schlüssige Argumente für die Vollakademisierung vorgelegt.

Trotz Rückschlägen: Petition zeigt Wirkung

Das Beharren auf den „Status Quo“ können wir im Hinblick auf die stetig wachsenden Anforderungen innerhalb der Therapieberufe nicht nachvollziehen. Dabei ist eine Vollakademisierung nicht nur sinnvoll, sondern auch realistisch umsetzbar. So besteht beispielsweise in der Logopädie / Sprachtherapie – bedingt durch das Nebeneinander von berufsfachschulischer und hochschulischer Ausbildung – seit Langem eine Teilakademisierung, die sich in einem hohen Akademisierungsgrad der Behandler*innen von geschätzt mehr als 50 Prozent niederschlägt. Der Ausschluss der Vollakademisierung ignoriert die Situation in der Logopädie/Sprachtherapie und steht im Widerspruch zur Forderung des Bündnis Therapieberufe an die Hochschulen und des Arbeitskreises Berufsgesetz.

Und doch sehen wir auch das Positive. Getreu der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses hat das BMG seit Beginn der Arbeiten an den Reformen der Berufsgesetze die maßgeblichen Verbände und Länder bei den bisherigen Verfahrensschritten kontinuierlich einbezogen. Doch vor allem ist positiv hervorzuheben: Die Petition hat aufgrund der sehr hohen Beteiligung Wirkung erzielt. Auch wenn im Koalitionsvertrag nur die Teilakademisierung in Aussicht gestellt wird, wird die Bundesregierung nun mit der Notwendigkeit einer Novellierung der Berufsgesetze in den Therapieberufen konfrontiert.

Der dbl wird diesen Prozess weiterhin aktiv mit vorantreiben und sich dafür einsetzen, dass der Gesetzgeber den Irrweg der Teilakademisierung für die Logopädie endlich ad acta legt.

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