Meldungen | 29.09.2025
„Zukunft der Dysphagiediagnostik gestalten“ – Erster Deutscher FEES-Praxisdialog des DNWD
Dina Roos (dbl-Verhandlerteam) für den dbl vor Ort
Am 20. September 2025 fand in Freiberg (Sachsen) der „1. Deutsche FEES-Praxisdialog“ des Dysphagienetzwerks Deutschland e.V. (DNWD) statt. Einen Tag lang widmeten sich Dysphagie-Expert*innen der fiberendoskopischen Schluckuntersuchung (fiberoptic endoscopic evaluation of swallowing, FEES).
Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie FEES künftig noch besser in der Logopädie verankert werden kann, um die Patient*innen in allen Bereichen bestmöglich zu versorgen. Denn: Im klinischen Alltag ist die weitgehend selbständige Durchführung der FEES durch Logopäd*innen etabliert. Allerdings fehlt für die Durchführung im ambulanten Bereich ein rechtlicher Rahmen und dementsprechend auch die Möglichkeit, eine FEES beispielsweise über die gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen.
v.l.: Sven Geissler (FinConMed), Ruth Ulses (Logopädin), Björn Degen-Macdonald (Fa. Phagenesis), Conny Großer (Logopädin), Benedetto Campo (Fa. Tristel), Felicia Baerend (Logopädin), Philipp Bonow (1. Vorsitzender DNWD e.V.), Dina Roos (dbl), Sören Paul (DNWD e.V.), Mirko Hiller (2. Vorsitzender DNWD e.V.) / © DNWD e. V.
Vernetzung als Basis für einen Veränderungsprozess
Ziel des Praxisdialogs war es, eine Plattform für Austausch, Vernetzung und Diskussion zwischen Fachkräften aus Klinik, Rehabilitation und ambulanter Praxis zu schaffen. In Vorträgen und Diskussionsrunden wurden aktuelle Versorgungsrealitäten, Herausforderungen und Lösungsansätze für eine flächendeckende FEES‑Diagnostik vorgestellt. Für den dbl war Dina Roos (dbl-Verhandlerteam) nach Freiberg gereist. Denn auch wir sehen die Notwendigkeit, die ambulante Durchführung der FEES aus der rechtlichen Grauzone herauszuführen.
Die Veranstaltung war von einem guten Austausch geprägt und es gab viele Möglichkeiten, sich tiefer mit dem Thema auseinanderzusetzen. So wurde unter anderem FEES im geriatrischen und rehabilitativen Kontext behandelt, es gab Fallbeispiele aus dem ambulanten überregionalen Setting, es wurde das Tristel-Trio-System thematisierts owie Delegationsmöglichkeiten und internationale Vorgehensweisen. Die Veranstaltung schloss mit einer Podiumsdiskussion, in der Expert*innen gemeinsam Perspektiven für eine zukunftssichere ambulante FEES‑Versorgung entwickelten.
Ein Auftakt zum Handeln
Für Dina Roos war der Praxisdialog ein gelungener Auftakt für einen umfangreichen Veränderungsprozess, der vor uns liegt. Denn: Nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit können Strukturen angepasst und so eine flächendeckende, patientenorientierte Dysphagiediagnostik gelingen. So möchten auch wir diesen Prozess mitgestalten und organisieren derzeit eine Projektgruppe zu diesem Thema. Den wertvollen Austausch und die aktuellen interdisziplinären Perspektiven auf das Thema möchten wir gerne in die Projektarbeit mit einfließen lassen.
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