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Logopädie | 06.05.2026
Heilmittelverbände zu Besuch im Landtag Nordrhein-Westfalen
Am 24. April 2026 trafen sich der Deutsche Bundesverband für Logopädie (dbl), der Deutsche Verband Ergotherapie (DVE) sowie Physio Deutschland mit Abgeordneten des Landtags Nordrhein-Westfalen. Ziel des Austauschs war es, für zentrale Themen des Heilmittelbereichs zu sensibilisieren sowie die aktuelle Lage und Zukunftsperspektiven der Berufsgruppen zu diskutieren.
Empfangen wurden die Verbandsvertreter*innen von Thorsten Klute (SPD) und Mehrdad Mostofizadeh (Bündnis 90/Die Grünen). Seitens der Verbände nahmen Sevgi Önder (dbl-Landesverband NRW), Heidemarie Büchner (dbl-Vizepräsidentin), Laura Meyer (DVE) und Marc Akel (Physio Deutschland) teil.
Zentrale Herausforderungen im Heilmittelbereich im Fokus
Das erste Gespräch fand mit Thorsten Klute, dem gesundheitspolitischen Sprecher der SPD, statt. Ein zentrales Thema war die Akademisierung der Therapieberufe. In diesem Zusammenhang konnten Sevgi Önder und Heidemarie Büchner vor allem die Alleinstellungsmerkmale der Logopädie hervorheben, darunter die Abiturientenquote von über 50 Prozent , die vorhandenen akademische Studiengänge, sowie die Teilakademisierung, die in der Logopädie bereits erfolgreich umgesetzt wird.
Darüber hinaus standen der Fachkräftemangel sowie die Anerkennung ausländischer Fachkräfte – insbesondere die notwendige Beschleunigung der Verfahren – im Fokus. Es wurde deutlich, dass es auf politischer Ebene bislang noch an tragfähigen Konzepten fehlt, um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen.
In einer Diskussion wurde zudem das aktuelle GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz und die damit verbundenen Sparmaßnahmen thematisiert. Es konnte sehr klar aufgezeigt werden, dass die Sparmaßnahmen im Heilmittelbereich in die falsche Richtung gehen und Bildungsbiografien als auch Krankheitsverläufe massiv beeinflussen.
Im Anschluss fand ein Gespräch mit Mehrdad Mostofizadeh, dem Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen im NRW-Landtag, statt. Bereits bei der kürzlich durchgeführten NRW-Podiumsdiskussion, die der dbl gemeinsam mit DVE und Physio Deutschland organisiert hat, war Mostofizadeh zu Gast gewesen. An die dort behandelten Themen knüpfte er an und zeigte sich dankbar für die Möglichkeit, diese im direkten Austausch weiter zu vertiefen.
v.l. Heidemarie Büchner (dbl), Laura Meyer (DVE), Mehrdad Mostofizadeh (Bündnis 90/Die Grünen), Sevgi Önder (dbl), Marc Akel (Physio Deutschland)
Besonderes Interesse zeigte er an den Kernthemen Fachkräftemangel, der beschleunigten Anerkennung ausländischer Fachkräfte sowie der Akademisierung. Im Gespräch wurde deutlich, wie wichtig eine grundlegende Modernisierung der Berufsgesetze im Heilmittelbereich ist. Derzeit sei es vor allem dem Engagement und der Qualifikation akademisierter Lehrkräfte an Hochschulen und Berufsfachschulen zu verdanken, dass eine Ausbildung auf nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und angepasst an die heutigen Versorgungsanforderungen überhaupt möglich ist.
Insbesondere die primärqualifizierende hochschulische Ausbildung haben die Verbände als zukunftsweisend hervorgehoben. Sevgi Önder und Heidemarie Büchner machten deutlich, dass die Logopädie hierfür alle Voraussetzungen erfülle und es letztlich am politischen Willen liege, die Vollakademisierung für die Logopädie umzusetzen.
Insgesamt konnten im Austausch sowohl gemeinsame Anliegen als auch Unterschiede zwischen den Berufsgruppen herausgearbeitet werden. Der Dialog soll im Herbst dieses Jahres fortgesetzt werden. Das gemeinsame Auftreten von DVE, Physio Deutschland und dbl wurde dabei ausdrücklich positiv bewertet, da es auch politisch zu größerer Aufmerksamkeit für die Anliegen des Heilmittelsektors beiträgt.
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