Presseinformation

Interessengemeinschaft Heilmittelerbringer im G-BA in Berlin gegründet

Berlin, 31. März 2025. Am 25. März 2025 gründeten alle 17 maßgeblichen Heilmittelverbände in Berlin die Interessengemeinschaft Heilmittelerbringer im G-BA (IG Heilmittel), um ihre gemeinsame Forderung nach einer stimmberechtigten Vertretung der Heilmittelerbringer*innen im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zu forcieren. Manuela Pintarelli-Rauschenbach, Verband für Physiotherapie (VPT) und Andreas Pfeiffer, Deutscher Verband Ergotherapie (DVE), wurden zu Sprecherin und Sprecher gewählt.

Zeitgleich mit der Konstituierung des neuen Bundestags trafen sich knapp einen Kilometer Luftlinie entfernt vom Reichstagsgebäude die Vertreter*innen der maßgeblichen Verbände der Heilmittelerbringer*innen gemäß § 125 SGB V. Die Verbände stehen insgesamt für nahezu 400.000 Therapeut*innen aus den Bereichen Ergotherapie, Ernährungstherapie, Logopädie, Atem-, Sprech- und Stimmlehre, Physiotherapie und Podologie.

Das Anliegen der Heilmittelverbände an die neue Bundesregierung ist eine sofortige Reform des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die eine faire und gleichberechtigte Mitbestimmung der Heilmittelerbringer sicherstellt und eine angemessene Unterstützung für entstehende Aufwände regelt.

Zum Hintergrund:

Die genannten Therapeut*innen übernehmen in Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten, Hebammen und der Pflege wichtige Aufgaben im Gesundheitswesen. Sie therapieren Menschen jeden Alters und sorgen für Teilhabe und mehr Lebensqualität, verhindern Krankheit und Pflegebedürftigkeit, arbeiten präventiv und vermitteln notwendige Gesundheitskompetenzen.

Bislang gibt es jedoch für diese Berufsgruppen weder einen Sitz im G-BA noch ein Antrags- und Mitberatungsrecht bei Richtlinien und Beschlüssen, die sie selbst betreffen. Deshalb fordern die maßgeblichen Verbände der Heilmittelerbringer*innen eine angemessene Beteiligung im G-BA. Sie müssen in den für sie relevanten Aufgabenbereichen eine stimmberechtigte Vertretung haben und ein Antrags- sowie Mitentscheidungsrecht bei Richtlinien und Beschlüssen erhalten.

Heilmittel sind ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsversorgung und gewinnen in einer alternden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Dennoch entscheiden aktuell ausschließlich Ärztinnen und Ärzte, Krankenkassen und Krankenhausgesellschaften über die Versorgung mit Heilmitteln – ein überholtes Modell, das der Grundidee von interprofessioneller Versorgung widerspricht.

Für eine bedarfsgerechte Versorgung von Patient*innen ist es unerlässlich, die Kompetenz und die Fachexpertise der Therapeut*innen zu nutzen und adäquate Beteiligungs-möglichkeiten im G-BA strukturell zu verankern. Die Interessengemeinschaft ist ab sofort unter [email protected] erreichbar.

Zur Interessengemeinschaft Heilmittelerbringer im G-BA gehören:

  • Bundesverband für Ergotherapeut:innen in Deutschland (BED e.V.)
  • Deutscher Verband Ergotherapie e.V. (DVE e.V.)
  • Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e.V.
  • Physio Deutschland – Deutscher Verband für Physiotherapie e.V.
  • VDB-Physiotherapieverband e.V.
  • Verband für Physiotherapie – Vereinigung für die physiotherapeutischen Berufe (VPT) e.V.
  • Bundesverband für Podologie e.V.
  • Deutscher Verband für Podologie e.V.
  • Verband Deutscher Podologen (VDP) e.V.
  • Deutscher Bundesverband der Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen (dba)
  • Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl e.V.)
  • Deutscher Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie e.V. (dbs)
  • LOGO Deutschland e.V. Selbstständige in der Logopädie (LD)
  • BerufsVerband Oecotrophologie e.V. (VDOE)
  • QUETHEB – Deutsche Gesellschaft der qualifizierten Ernährungstherapeuten und Ernährungsberater e.V.
  • Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e.V. (VDD)
  • Verband für Ernährung und Diätetik (VFED e.V.)

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Der Deutsche Bundesverband für Logopädie e. V. (dbl) ist seit 1964 der Berufs- und Fachverband für Logopäd*innen und weitere Sprachtherapieberufe in Deutschland. Er vertritt die berufspolitischen Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik, Selbstverwaltung und Kostenträgern. Er fördert die Wissenschaft auf dem Gebiet der Logopädie, setzt sich für eine evidenzbasierte, qualitätsgesicherte Versorgung ein und macht logopädisches Wissen in der Öffentlichkeit sichtbar.

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