Logopädie | 17.07.2026
SHV beim Spitzengespräch „Bürokratieabbau“ im BMG
Klare Signale für weniger Formfehler-Absetzungen und spürbare Entlastungen
Beim politisch hochrangig besetzten Spitzengespräch „Bürokratieabbau“ im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) die Perspektive der Heilmittelerbringer eingebracht.
Neben Bundesgesundheitsministerin Nina Warken nahmen weitere Vertreter*innen des BMG und wichtige Akteure des Gesundheitssystems wie die Bundesärztekammer und die Deutsche Krankenhausgesellschaft teil. Für den SHV waren Manuela Pintarelli-Rauschenbach und Ute Repschläger aus dem SHV-Vorstand vor Ort.
Im Fokus standen praxisnahe Schritte zur Verordnungsvereinfachung, die Reduktion unnötiger Absetzungen sowie die Entlastung der Praxen von administrativem Aufwand. Grundlage des SHV-Beitrags war ein vorab übermitteltes Positionspapier mit konkreten, kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen aus der Versorgungspraxis.
Zentrale SHV-Punkte
Wie tief die bürokratischen Hürden im Alltag der Praxen verankert sind, untermauert das aktuelle Papier anhand von drei zentralen Problemfeldern. Um eine echte und spürbare Verordnungsvereinfachung zu erreichen, fordert der SHV konkrete gesetzliche Anpassungen:
- Formfehler entschärfen: Ein gesetzlich verankerter Katalog unschädlicher Formfehler – analog zur Apothekenregelung – soll verhindern, dass medizinisch korrekt erbrachte Leistungen wegen kleinster Formalien retaxiert werden.
- Korrekturen erleichtern: Rein formale Verordnungsfehler sollen Heilmittelerbringer eigenständig korrigieren dürfen (wie erfolgreich in der Pandemie erprobt), um Rückfragen und Bürokratie auf allen Seiten zu vermeiden.
- Software praxistauglich machen: Die Heilmittelverbände sollen verbindlich in die Entwicklung der Verordnungssoftware eingebunden werden, damit typische Fehlerquellen bereits technisch unterbunden werden.
Erste Ergebnisse: Relevanz für den Heilmittelbereich bestätigt
Das vom BMG nach dem Termin veröffentlichte Maßnahmenpapier Schwerpunktmaßnahmen als Ergebnis des Spitzengesprächs Bürokratieabbau greift eine für die Heilmittelversorgung zentrale Forderung auf: Unter der Überschrift „Abschaffung Nullretaxation bei reinen Formfehlern im Heilmittelbereich“ wird ein klarer Rechtsrahmen angekündigt, der Rechnungskürzungen der Kassen bei rein formalen Fehlern ausschließt. Ziel ist es, den Korrekturbedarf nachhaltig zu senken und Bürokratie zu reduzieren.
„Ein Großteil der Bürokratie entsteht nicht in der Behandlung selbst, sondern durch formale Anforderungen bei Verordnung und Abrechnung. Entscheidend ist, Fehler von vornherein zu vermeiden, statt sie im Nachhinein mit großem Aufwand zu korrigieren. Mit einem Katalog unschädlicher Formfehler, der Möglichkeit zur eigenständigen Korrektur und praxistauglicher Verordnungssoftware schaffen wir Entlastung – ohne Abstriche bei Qualität und notwendigen Kontrollen“, kommentiert Manuela Pintarelli-Rauschenbach die dringende Notwendigkeit der angekündigten Anpassung.
Ausblick: Den Worten müssen Taten folgen
Der SHV begrüßt die im Maßnahmenpapier skizzierte Richtung als wichtigen Schritt und dringt auf eine zügige gesetzliche Umsetzung – insbesondere der Regelungen zu unschädlichen Formfehlern und zu praxistauglichen digitalen Verfahren. Darüber hinaus setzt sich der Verband für zusätzliche Entlastungen ein, etwa für klare, kürzere Absetzungsfristen und eine verbindliche Einbindung der Heilmittelverbände in die Weiterentwicklung der Verordnungssoftware. Das Ziel bleibt klar: Bürokratie abbauen, ohne die Versorgungsqualität zu gefährden – für mehr Zeit am Patienten.