Presseinformation

Nach Verabschiedung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes

SHV richtet den Blick auf notwendige Strukturreformen
17. Juli 2026. Mit der Verabschiedung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes hat der Gesetzgeber eine gesundheitspolitische Entscheidung getroffen, vor deren Auswirkungen der Spitzenverband der Heilmittelverbände e.V. (SHV) gemeinsam mit zahlreichen Akteuren des Gesundheitswesens wiederholt gewarnt hat. Bis zuletzt hat sich der SHV mit Stellungnahmen, politischen Gesprächen und konkreten Vorschlägen dafür eingesetzt, die vorgesehenen Sparmaßnahmen im Heilmittelbereich abzuwenden.

Der SHV sieht die beschlossenen Regelungen kritisch. Einsparungen bei den Heilmittelerbringern lösen die strukturellen Herausforderungen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht. Vielmehr besteht die Gefahr, dass sie die ambulante Versorgung schwächen und bestehende Versorgungsengpässe weiter verschärfen.

Der SHV hat im Gesetzgebungsverfahren deutlich gemacht, dass nachhaltige Effizienzsteigerungen nicht durch kurzfristige Sparmaßnahmen erreicht werden können. Erforderlich sind vielmehr grundlegende Strukturreformen, die vorhandene Kompetenzen im Gesundheitswesen stärker nutzen als bislang und damit die Versorgung zukunftsfähig gestalten.

Vor diesem Hintergrund richtet der SHV seinen gesundheitspolitischen Fokus nun auf die angekündigten Vorschläge der Finanzkommission II des Bundesministeriums für Gesundheit, die Ende des Jahres erwartet werden. Aus Sicht des SHV müssen dort nachhaltige Lösungen entwickelt werden, die Qualität, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit gleichermaßen stärken.

Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Sprachtherapeuten und Podologen verfügen über ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz und begleiten Patientinnen und Patienten häufig über lange Zeiträume. Durch ihren engen Kontakt in den unterschiedlichen Lebenswelten erkennen sie gesundheitliche Veränderungen frühzeitig und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Prävention, Therapie und Sicherung der Versorgungsqualität.

Diese Kompetenzen müssen künftig deutlich stärker in einer modernen, kompetenzbasierten Primärversorgung genutzt werden. Der SHV ist überzeugt, dass eine stärkere Einbindung der Heilmittelerbringer nicht nur die Versorgungsqualität verbessert, sondern zugleich dazu beitragen kann, Ressourcen im Gesundheitswesen effizienter einzusetzen und die Patientinnen und Patienten bedarfsgerecht zu versorgen.

Gleichzeitig müssen die Rahmenbedingungen für die Heilmittelberufe nachhaltig verbessert werden. Attraktivere Arbeitsbedingungen und verlässliche Perspektiven können dazu beitragen, ausreichend Fachkräfte zu gewinnen und langfristig eine wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. Hierzu gehört insbesondere die seit Langem überfällige Neufassung der Berufsgesetze, die den Anforderungen einer modernen und kompetenzorientierten Heilmittelversorgung gerecht werden muss.

Der SHV wird sich auch weiterhin aktiv in den gesundheitspolitischen Dialog einbringen und konkrete Vorschläge für eine zukunftsfähige Ausgestaltung der Heilmittelversorgung entwickeln.

#Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV)#Berufspolitik

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