40 Jahre forum:logopädie

Die Quadratur des Kreises: Verbandsmagazin und Fachzeitschrift in einem
40 Jahre forum:logopädie – das sind 40 Jahre, in denen zwischen vier und sechs Ausgaben pro Jahr erschienen sind. Das bedeutet unzählige Fachartikel und Beiträge aus dem Verband, zahlreiche Redaktionssitzungen und eine kaum zu überblickende Schar an Fachautor*innen, die die Beiträge verfasst haben. Es gab Verlagswechsel, Wechsel in den Redaktionsleitungen, das fortwährende Ringen um die Einhaltung von Deadlines, um Erscheinungstermine, und das Damoklesschwert des Budgets. Dieser Beitrag ist ein Dankeschön an alle, die das Erscheinen, den Bestand und die Fortentwicklung von forum:logopädie, des Fach- und Verbandsmagazins des dbl, ermöglicht haben. Merci!

Die erste Ausgabe von forum:logopädie erschien 1987. Genau lautete der Name damals noch „FORUM“ und der dbl war noch der „Zentralverband für Logopädie (ZVL)“. Doch die Geschichte des Verbands- und Fachmagazins des dbl (ZVL) reicht noch deutlich weiter zurück: Anfang der 1980er Jahre wurden die Mitglieder in mehr oder minder regelmäßigen Briefen über die aktuellen Entwicklungen informiert. Aus diesen Briefen entwickelten sich die formelleren „ZVL-Mitteilungen“. Mitte der 1970er Jahre waren die „ZVL-Mitteilungen“ auf 30- bis 40-seitige Quartalsblätter angewachsen, die an die rund 300 Mitglieder versendet wurden. Aus der Mitgliedschaft kam damals der Ruf nach einer Fachpublikation. Daher wurde 1977, damals war Marianne Spiecker-Henke die 1. Vorsitzende des Zentralverbands, zusätzlich ein vierteljährliches „Therapieheft“ entwickelt. Gemeinsam mit den Phoniater*innen wurde die Zeitschrift „Sprache – Stimme – Gehör“ ins Leben gerufen.

„Mir war von Anfang an eine internationale Ausrichtung wichtig. Ich wollte, dass wir über den Tellerrand hinausschauen – in jeder Hinsicht“, so Marianne Spiecker-Henke. „In der Anfangszeit spielte sich die Verbandsarbeit im Wohnzimmer ab. Für den gesamten Schriftverkehr diente eine klapprige Schreibmaschine. Bei meinem Antritt als 1. Vorsitzende des ZVL erhielt ich von der bisherigen Vorsitzenden Frau Luise Gutzmann einen Schuhkarton. In ihm befanden sich, fein gebündelt, die Daten von 46 Logopäden, die im Verband registriert waren und einige Schriften über Aktivitäten mit Behörden“, erinnert sie sich an diese frühen Jahre.

Auf der Suche nach einer eigenen Stimme

Doch bereits Anfang der 1980er Jahre wuchs die Kritik an der Zeitschrift „Sprache – Stimme – Gehör“ aus den Reihen der Mitgliedschaft. Der fachliche Austausch, so heißt es in der Jubiläumsschrift zu „40 Jahre dbl“, kam den Mitgliedern zu kurz. Daher beschloss der Verband, zusätzlich eine eigene Schriftenreihe herauszugeben. Diese baute auf den Vorträgen der jährlichen Fachtagung auf, dem heutigen dbl-Kongress. Auch in die „ZVL-Meldungen“ wurde damals jeweils ein Fachartikel aufgenommen, und damit wagten die „ZVL-Mitteilungen“ ab Mitte der 1980er Jahre die Quadratur des Kreises: die Verbindung von Fach- und Verbandsmagazin in einem Heft. Im September 1987 war es so weit: Die erste Ausgabe von forum:logopädie, damals hieß die Zeitschrift noch „FORUM“, ersetzte die bisherigen „ZVL-Meldungen“. Die Zeitschrift hatte auch damals schon das A4-Format, dem alle Redaktionen bis heute treu geblieben sind.

Ab 1993 erschien das „FORUM“ im Schulz-Kirchner Verlag und war nicht mehr länger nur den Mitgliedern des dbl zugänglich, sondern wurde auch frei verkauft. Die Zeitschrift, die inzwischen seit einem halben Jahrzehnt Verbands- und Fachzeitschrift war, hatte sich zu einer fachwissenschaftlichen Informationsquelle entwickelt, die über die Grenzen der Logopädie hinaus Beachtung fand. Kurz nach dem Wechsel zum neuen Verlag wurde das „FORUM“ umfassend überarbeitet: Die Zeitschrift erhielt eine neue Struktur und ein geändertes Coverlayout. Zudem wurde die Position einer externen Schriftleitung geschaffen. Zwischen 1995 und 2021 hat Michael Wilhelm das Redaktionsteam des dbl als Freiberufler unterstützt. „Meine ursprünglichen Aufgaben waren im Wesentlichen das Zusammenführen und Redigieren aller Beiträge in Abstimmung mit der Fachredaktion, dem Vorstand und dem Verlag sowie die Leitung der Fachredaktion. Die Fachredaktion sorgte für die Inhalte der Rubrik ‚Theorie & Praxis‘ und tagte mit mir einmal zu jeder Ausgabe in der dbl-Geschäftsstelle“, berichtet Michael Wilhelm. In den Anfangsjahren, als es noch kein Pressereferat beim dbl gab, übernahm er zudem die Abstimmung mit Vorstandsmitgliedern und Funktionär*innen. Unter seiner Ägide wuchs der Umfang des Heftes auf 84 Seiten an, zudem erschien das „FORUM“ nun sechsmal statt viermal pro Jahr. Unterstützt wurde Michael Wilhelm damals von einer ehrenamtlichen logopädischen Fachredaktion.

Pressearbeit und Redaktion: Die Ära Margarete Feit

Ab 2000 kam Margarete Feit als „Referatsleitung Presse“ an Bord: Ein knappes Vierteljahrhundert hat sie nicht nur die Pressearbeit des dbl verantwortet, sondern auch die Rubrik „Beruf und Verband“ im „FORUM“ gestaltet. Zu den Highlights der Redaktionsarbeit zählten für sie die einmal jährlich stattfindenden Redaktionskonferenzen beim Schulz-Kirchner Verlag in Idstein. An diesen, so berichtet sie, nahm meist auch der Bundesvorstand in voller Besetzung teil. Zu den Dauerbrennern dieser Treffen gehörte auch schon damals das Thema Kosten. Und zwar sowohl die Einnahmenseite über Abonnements als auch die Ausgabenseite. „Letztere (Ausgabenseite) hat mich dann auch mal beschäftigt, als ich die Kostenkalkulation des Verlags einsehen konnte, in der die relativ hohen Stückkosten, die wir dem Verlag für die Zeitschrift gezahlt haben, auch mit Druckkosten gerechtfertigt wurden. (…) Ich habe mir dann einfach mal von zwei Druckereien in der Nähe unserer Geschäftsstelle ein Angebot anfertigen lassen und siehe da: Es ging auch sehr viel günstiger“, erinnert sich Feit.

Die Jubiläumsausgabe zum 50-jährigen Verbandsbestehen

Zum 50. Jubiläum 2014 erschien eine Sonderausgabe von forum:logopädie. In dieser fanden sich Beiträge von Gratulant*innen von Monica Lierhaus (Sportreporterin), Dr. med. Wolfgang Hartmann (Präsident des bvkj) und vielen anderen. Prof. Dr. Hartig Eckert (Anglistik und Sprachwissenschaft) lieferte ein Grußwort mit der Überschrift „Das Beste, was du besitzt!“. Der Text eröffnete mit dem Märchen von der kleinen Seejungfrau, die für ihre Sehnsucht ihre Stimme opfern soll, und nutzte dieses Bild, um die besondere Bedeutung von Stimme, Sprache und Kommunikation als einen der wertvollsten Schätze des Menschen zu verdeutlichen. Zugleich wurde betont, dass Logopädie nicht nur bei Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen hilft, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung fördert und künftig noch stärker darauf ausgerichtet sein sollte, gesunde kommunikative Fähigkeiten und insbesondere die Stimme bewusst weiterzuentwickeln.

Zwischen Fachanspruch und Verbandsauftrag

Die Arbeit an der Fach- und Verbandszeitschrift beinhaltete zahlreiche Herausforderungen: „Zur großen Herausforderung entwickelte sich die Zusammenarbeit mit der Redaktion. Die Meinungen über die Ausrichtung und Inhalte gingen auseinander. Im Sinne des Verbandes wollte ich eine (Fach-)Zeitschrift für alle Mitglieder. Die Redaktion tendierte zunehmend in Richtung reine Fachzeitschrift. Die Planung und Koordination wurden immer schwieriger“, berichtet Michael Wilhelm und fährt fort: „2005 kam es zum Eklat. Die Redaktion wollte eine eigene Redaktionsleitung mit eigenen Sitzungen und freie Hand bei der Weiterentwicklung der Zeitschrift. Der Vorstand lehnte dies ab und löste die Redaktion auf. Von da an liefen dann auch alle Autorenkontakte und Anfragen über mich. Im Zweifel holte ich Expertenmeinungen ein, die sich nicht selten auf ‚unbedingt veröffentlichen‘ und ‚auf gar keinen Fall‘ beschränkten.

Bei der Arbeit an der Rubrik „Beruf und Verband“ wurde Margarete Feit von Nikola Depel (ab 2008) und Katrin Bens (ab 2018) unterstützt. Nach und nach sind die beiden in die Redaktionsarbeit hineingewachsen und haben, kurz vor dem Renteneintritt von Margarete Feit, zunehmend mehr Verantwortung für den Bereich „Beruf und Verband“ übernommen. Zu den Highlights aus dieser Zeit zählt der Relaunch des Heftes 2019. „Die Ausdrucke mit den unterschiedlichen Designvarianten lagen in der Geschäftsstelle auf dem Boden verteilt“, erinnern sich Depel und Bens. Den damaligen Relaunch hat Ruth Michels verantwortet, die bis heute zahlreiche grafische Arbeiten für den dbl übernimmt. Das erste Heft nach dem damaligen Relaunch war die Juliausgabe 2019.

2021 kam Inga Lange als neue Redaktionsleitung zum dbl und übernahm sukzessive die Aufgaben von Michael Wilhelm. Als Lehr- und Forschungslogopädin oblag ihr, neben der Gesamtverantwortung für forum:logopädie, auch die inhaltliche Auswahl und Prüfung der Beiträge, sie initiierte Themenhefte mit einer Gastschriftleitung und externe Begutachtungen von Fachartikeln. Die Beiträge für die Rubrik „Beruf und Verband“ kamen weiterhin vom Pressereferat, das ab 2024 durch Klaudia Kasek erweitert wurde. 2023 erfolgte der Wechsel vom Schulz-Kirchner Verlag zum Pflaum-Verlag in München. Verbunden damit wurde zusätzlich zum Printheft die eigene Online-Wissensplattform forum:logopädie etabliert.

Die Quadratur des Kreises bleibt Programm

Nachdem Inga Lange Anfang 2025 den dbl verlassen hatte, übernahm Nicole Ziese 2025 die Verantwortung für forum:logopädie. Als klassische Blattmacherin, unter anderem mit Erfahrungen im Gesundheitswesen, war von Anfang an klar, dass sie für die Rubrik „Theorie und Praxis“ einen Redaktionsrat aufbauen würde, der mit Expert*innen aus dem Bereich der Logopädie besetzt werden sollte. Der Redaktionsrat nahm Ende 2025 seine Arbeit auf. Für diesen konnten (in alphabetischer Reihenfolge): Dr. Maria Barthel, Prof. Dr. Meike Brockmann-Bauser, Dr. Falko Dittmann, Dr. Hanna Ehlert, PD Annette Fox-Boyer PhD, Prof. Dr. Stefanie Jung, Dr. Anna-Maria Kuttenreich und Cordula Winterholler gewonnen werden. Zu den wichtigsten Aufgaben dieses Fachgremiums, das für vier Jahre berufen wurde, zählen die redaktionelle Planung der fachlichen Schwerpunkte der Ausgaben, die rollierende Übernahme der Schriftleitung für die Rubrik „Theorie und Praxis“ sowie die konzeptionelle Weiterentwicklung des Fachteils. Dazu gehört insbesondere die Implementierung eines Reviewverfahrens inklusive des Aufbaus eines Netzwerks an Gutachter*innen.

Parallel dazu ging die Verantwortung für die Rubrik „Beruf und Verband“ vom Pressereferat an die neue Redaktionsleitung über, sodass nun die Gesamtverantwortung für forum:logopädie in einer Hand liegt. Ende 2025 begann, gemeinsam mit der Agentur Berensdesign, die Arbeit an einem umfassenden Relaunch von forum:logopädie, das nach dem Relaunch aus drei Hauptrubriken besteht: „Theorie und Praxis“, „Beruf und Verband“ sowie der neuen Rubrik „Praxismanagement“. In letzterer, die sich sowohl an Praxisinhaber*innen als auch an Angestellte richtet, finden sich Ratgeberbeiträge rund um alle Themen, die im Praxisalltag relevant sind. Auch optisch wurde forum:logopädie einem Relaunch unterzogen. Passend zum Jubiläum erschien die Septemberausgabe 2026 im neuen Design. Das Wissensmagazin forum:logopädie wird weiterhin sechsmal im Jahr als Printheft erscheinen. Zusätzlich steht es allen Mitgliedern des dbl sowie Abonnent*innen als ePaper zu Verfügung. Und auch zwischen den Ausgaben werden stetig neue Beiträge auf der Wissensplattform forum:logopädie online veröffentlicht. Zudem gibt es jeden Monat einen forum:logopädie-Newsletter mit Neuigkeiten aus den Bereichen logopädischen Fachwissens sowie Verbandsnews – damit geht das Ringen um die Quadratur des Kreises, um das Verbinden von Fachmagazin und Verbandsmagazin (unter Hinzunahme weiterer Elemente) in die nächste Runde.


Weitere Beiträge finden Sie hier.

Dieser Artikel entstammt der Fachzeitschrift forum:logopädie ( Ausgabe 6 / November 2026 ).
Die Zeitschrift kann beim Richard Pflaum Verlag einzeln bestellt oder zum dauerhaften Bezug abonniert werden (weitere Infos).

Mitglieder des dbl erhalten die Zeitschrift forum:logopädie im kostenlosen Abonnement (weitere Infos).

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