Phonologische Aussprachestörungen (PAS) gehören zu den am häufigsten behandelten Störungsbildern in der Kindersprachtherapie und sind oft assoziiert mit Schwierigkeiten im späteren Lese-Rechtschreiberwerb. Aufgrund teils gemeinsamer Ursachen beider Störungsbilder wurde angenommen, dass eine wirksame PAS-Behandlungsmethode einen positiven Einfluss auf den späteren Rechtschreiberwerb haben könnte. In der hier vorgestellten randomisiert-kontrollierten Studie wurde die kurzfristige Wirksamkeit der integrierten und adaptiven phonologischen Behandlungsmethode PhonoSens evaluiert, indem sie anhand von 32 monolingual deutschsprachigen Kindern untersucht wurde. In einer Langzeit-Folgestudie wurde auch ihr möglicher Einfluss auf den späteren Rechtschreiberwerb berücksichtigt. Die Ergebnisse bestätigen die Wirksamkeit der PhonoSens-Methode mit großen Effektstärken und belegen indirekt ihren positiven Einfluss auf den späteren Rechtschreiberwerb. PhonoSens basiert auf einem prozessorientierten Ansatz zur PAS-Behandlung, der mehrere kognitive Sprachverarbeitungsebenen adressiert und phonologisches und phonetisches Lernen mit verschiedenen Kontrollmechanismen integriert. Als adaptive Methode ermöglicht PhonoSens zwölf verschiedene, hierarchisch strukturierte Behandlungspfade.
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