Kultursensible Kommunikation gilt als zentrale Kompetenz im Gesundheitswesen, wird jedoch in der Ausbildung vieler Gesundheitsfachberufe bislang unzureichend vermittelt. In der hier vorgestellten Mixed-Methods-Studie wurde ein kultursensibles Training für Logopäd*innen konzipiert, durchgeführt und evaluiert. Ziel war es, interkulturelle Kompetenzen zu fördern und die Handlungssicherheit im Umgang mit Patient*innen mit kultureller Diversität zu erhöhen. Die Teilnehmenden (N = 23) absolvierten ein eintägiges Training, bei dem bestehende Ansätze spezifisch für die logopädische Praxis erweitert wurden. Die Evaluation des Programms erfolgte mittels standardisierter Fragebögen und sechs leitfadengestützter Interviews. Die Ergebnisse zeigen signifikante Veränderungen in den vorab definierten Konstrukten Wissen, Umsetzung und Sicherheit, die zur Evaluation des Trainings herangezogen wurden. Insbesondere die wahrgenommene Sicherheit im interkulturellen Handeln stieg deutlich an. Die qualitativen Daten wiesen zudem auf Transformationen kognitiver Prozesse hin, die sich insbesondere in vertiefter Selbstreflexion sowie in einer differenzierteren Auseinandersetzung mit kulturellen Unterschieden zeigten. Herausforderungen beim Transfer in die Praxis wurden insbesondere durch strukturelle Barrieren wie Zeitmangel benannt. Das Training wurde von allen Teilnehmenden als bereichernd beschrieben. Die Studie verdeutlicht die Notwendigkeit struktureller und curricularer Integration interkultureller Inhalte in die logopädische Ausbildung und versteht sich als ein Beitrag zur interkulturellen Öffnung des Gesundheitssystems.
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