Hintergrund: Im Rahmen fortschreitender Professionalisierung und Akademisierung der Gesundheitsfachberufe stellt sich im (Aus-)Bildungskontext die Frage nach der Befähigung zur evidenzbasierten Praxis (EBP). Ein klar definiertes Kompetenzprofil der EBP liegt jedoch nicht vor, so dass auch die Messung der Kompetenzen von Absolvent/inn/en in diesem Bereich bislang nicht zufriedenstellend erfolgen kann.
Ziele: In der vorliegenden Arbeit werden (Teil-) Kompetenzen evidenzbasierten Arbeitens identifiziert und mögliche Methoden zur Messung dieser Kompetenzen abgeleitet.
Methode: Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit den Konstrukten der Professionalisierung, der Evidenzbasierung sowie dem Kompetenzbegriff wird das Kompetenzmodell von Erpenbeck und Heyse zugrunde gelegt und deren Kompetenzatlas in Bezug auf EBP in der Logopädie ausgestaltet. Anschließend werden 15 namhafte Expert/inn/en aus dem Fachgebiet Logopädie/Sprachtherapie dazu befragt, welche der 64 Teilkompetenzen für EBP besonders relevant sind. Die gegebenen Antworten werden statistisch ausgewertet und diskutiert.
Ergebnisse: Die Befragung der Expert/inn/en ergibt 13 besonders wichtige bzw. unverzichtbare Teilkompetenzen für EBP. Die Prüfung der Interraterreliabilität (Koeffizient: Krippendorff´s Alpha) ergibt eine zufällige Übereinstimmung der Expert/inn/en. Dennoch wird eine Adaptation des Verfahrens „KODE®“ bzw. „KODEX®“ diskutiert.
Fazit: Die Identifikation spezifischer Kompetenzen evidenzbasierten Arbeitens ist möglich. Diese erlaubt die Nutzung adaptierter Verfahren zum Nachweis dieser Kompetenzen.
Literatur:
Erpenbeck, J. (2012) Der Königsweg zur Kompetenz. Grundlagen qualitativ-quantitativer Kompetenzerfassung. Berlin: Waxmann
Heyse, V., Erpenbeck, J. (2007) Kompetenzmanagement. Methoden, Vorgehen, KODE® und KODE®X im Praxistest. Berlin: Waxmann