Der Artikel präsentiert die Ergebnisse einer deutschlandweiten quantitativen Online-Befragung von Therapeut*innen der Logopädie/ Sprachtherapie zur Nutzung mundmotorischer Übungen (MÜ) in der Artikulationstherapie bei Kindern. Demnach setzen 70 Prozent der 239 Befragten MÜ in der Therapie phonetischer Störungen ein und kennen MÜ aus ihrer Ausbildung, aus der Fachliteratur sowie aus Fortbildungen. Die am häufigsten ausgewählten Gründe für den Einsatz waren die Empfehlung der (früheren) Ausbildungseinrichtung, die eigene Berufserfahrung und Erkenntnisse der besuchten Fortbildungen. MÜ werden eingesetzt, weil sie im Rahmen von Fortbildungen, in Ratgebern und Lehrbüchern empfohlen werden. Dies widerspricht jedoch der Studienlage, welche die Wirksamkeit von MÜ zur Intervention bei phonetischen Störungen widerlegt. Die Erhebung zeigt, dass viele Therapeut*innen MÜ dennoch weiterhin verwenden. Der Artikel plädiert für ein effektives und effizientes Arbeiten auf der Grundlage evidenzbasierter Methoden auch in der Artikulationstherapie.
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