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Logopädie | 07.10.2026
Berufsgesetz mit hochschulischer Ausbildung für alle Berufstätigen im Bereich der Logopädie/Sprachtherapie: Überfällig!
Jahrzehntelange Verschleppung hat Folgen: Abbau von Hochschulstrukturen
Die Folgen des seit Jahrzehnten ausstehenden neuen Berufsgesetzes in der Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie sind unübersehbar:
Die SRH University of Applied Sciences Heidelberg hat kürzlich entschieden, ihren ausbildungs-integrierenden Bachelorstudiengang der Logopädie an allen fünf Standorten in Baden-Württemberg und NRW zum WS 2027/ 28 nicht mehr fortzuführen und mit Abschluss der letzten Studienkohorte 2030 auslaufen zu lassen. Damit geht ein in 19 Jahren kontinuierlich auf- und ausgebauter fachspezifischer Hochschulstudiengang verloren, der ca. 1500 hochschulisch qualifizierte Logopäd*innen hervorgebracht hat.
Eine Weiterentwicklung der Studiengänge als primärqualifizierendes Modell wurde seitens der SRH University nicht in Betracht gezogen, da die Rolle der Hochschulen im Ausbildungssystem der Logopädie/Sprachtherapie1 in Ermangelung eines Bundesgesetzes mit hochschulischer Ausbildung und damit die Finanzierung auf Bundes- und Landesebene nach wie vor ungeklärt ist.
Stattdessen wird in die Zukunft der berufsfachschulischen Ausbildung investiert und das Ganze als Stärkung der Therapieberufe verkauft: “SRH Fachschulen entwickeln flexibles Studiengangsmodell und stärken Therapieberufe“.
Nach mehr als 20 Jahren Diskussion braucht es einen verlässlichen gesetzlichen Rahmen für Ausbildung, Studium und Berufsausübung. Dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) liegt die Berufsgesetzvorlage des Arbeitskreis Berufsgesetz (AK) vor, auf deren Grundlage im BMG bereits im Dezember 2023 ein Eckpunktepapier für die bundesrechtliche Regelung eines hochschulischen Heilberufs in der Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie erstellt und an die Bundesländer mit Bitte um Stellungnahme versandt wurde.
Der AK hat sich dazu in einem Brief an Bundesminister Dr. Carsten Linnemann gewandt und um ein Gespräch gebeten sowie die Vertreter*innen der Regierungsparteien im Gesundheitsausschuss informiert.
Die Neufassung des Berufsgesetzes in der Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie ist nach 46 (!) Jahren Logopädengesetz überfällig und sollte in der 21. Legislaturperiode endlich vollzogen werden.
Dietlinde Schrey-Dern
Sprecherin des AK Berufsgesetz
1Logopädie/Sprachtherapie: Arbeitstitel für alle beruflichen Handlungsfelder der Atem-, Stimm-, Sprech-, Sprach-, Hör-, Schlucktherapie und umfasst alle dort tätigen Berufsgruppen
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