Logopädie | 15.09.2026

Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin: Dorothea Ziller fragt nach

Wie stehen Sie zu einer Bundesratsinitiative für ein neues Berufsgesetz für Logopäden mit dem Ziel der Akademisierung? Das fragte die Berliner dbl-Landesverbandsvorsitzende Politiker*innen auf www.abgeordnetenwatch.de im Vorfeld der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 20. September 2026. Ihre Antworten können Sie im Folgenden nachlesen.

Sandra Khalatbari, CDU:

„Als CDU-Fraktion Berlin nehmen wir das Anliegen zur Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit der Gesundheitsfachberufe sehr ernst. Die Logopädie leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur medizinischen und therapeutischen Versorgung in unserer Stadt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und wachsender Anforderungen an eine evidenzbasierte Therapie ist eine kontinuierliche Modernisierung der Berufsgesetze notwendig. Wir erkennen an, dass die Logopädie vor großen Herausforderungen steht, was die Attraktivität des Berufszweigs und den akuten Fachkräftemangel betrifft. Eine zukunftsfeste Ausgestaltung der Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen hat für uns Priorität, um qualifizierte Nachwuchskräfte langfristig in diesem Beruf zu halten.

Die Angleichung an europäische Standards und die Förderung einer wissenschaftlich fundierten Ausbildung sind wichtige Aspekte. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass bewährte Säulen der praktischen Ausbildung nahtlos integriert bleiben und der Zugang zum Beruf niederschwellig und verlässlich gesichert ist.

Da es sich bei der Reform der Berufsgesetze um eine Materie handelt, die primär in die Gesetzgebungskompetenz des Bundes fällt, begleiten wir die aktuellen Diskussionen im Bund sowie die Beratungen zwischen den Ländern genau. Eine mögliche Bundesratsinitiative muss sorgfältig auf ihre praktischen Auswirkungen, die Finanzierbarkeit und die Trägerstrukturen hin evaluiert werden.“

Claudia Buß, SPD:

„Ich kenne selbst einige Logopäden und finde den praxisnahen Ansatz des Berufs total sinnvoll. In meiner Wahrnehmung ist die Logopädie ein zutiefst sozialer Beruf. Gerade wenn ich an die Arbeit mit Schlaganfallpatienten denke. Ein akademischer Titel führt aus meiner Sicht erst einmal nicht automatisch zu einem höheren Gehalt. Natürlich ist aber ein wissenschaftlicher Ansatz wichtig, damit Patienten die bestmögliche Behandlung und Logopäden moderne Therapiemöglichkeiten erhalten. Aber könnte man dieses Problem nicht eher über gezielte Weiterbildungen lösen, die dann mit entsprechenden kassenärztlichen Leistungen für Spezialfälle verknüpft werden? Ich bin zwar keine Gesundheitspolitikerin, werde mich dazu aber auf jeden Fall mal bei meinen Bekannten schlau machen.“

Corinna Balkow, Bündnis 90/Die Grünen:

„Wir setzen uns für eine vollständige Akademisierung in den Therapieberufen ein
(Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie) und konnten bei der herkömmlichen
Ausbildung bereits das Schulgeld abschaffen, um den akuten Therapeut*innenmangel zu entschärfen. Wir wollen mehr Eigenverantwortung für Logopäd*innen. Dazu gehört der Direktzugang, der es Patient*innen ermöglichen soll, auch ohne eine ärztliche Überweisung direkt therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.“

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