Der rasante Fortschritt im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) eröffnet neue Möglichkeiten für Diagnostik, Therapie und Versorgungsprozesse in der Logopädie. Gleichzeitig wirft er grundlegende Fragen zum professionellen Selbstverständnis von Logopäd*innen auf. Der Beitrag beleuchtet, wie KI nicht nur als methodisches Werkzeug, sondern auch als struktureller Bestandteil eines sozio-technischen Systems die therapeutische Praxis verändert könnte. Im Fokus des Artikels stehen insbesondere Veränderungen im Zugang zu Fachwissen und in der Gestaltung therapeutischer Beziehungen sowie die Interaktion mit zunehmend kommunikativ agierenden KI-Systemen. Ergänzend werden Perspektiven aus der Mensch-Computer-Interaktion und dem Software-Design einbezogen, um Herausforderungen wie Intransparenz, Vertrauensbildung und die soziale Wahrnehmung von KI zu diskutieren. Der Ansatz der humanzentrierten KI dient dabei als konzeptioneller Rahmen für eine professions- und kontextsensible Integration von KI in die logopädische Praxis. Der Beitrag versteht sich als Impuls für eine fachliche und berufspolitische Auseinandersetzung und schließt mit Reflexionsfragen, die zur individuellen und gemeinsamen Standortbestimmung in Zeiten des digitalen Wandels anregen sollen.
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