(Generative) KI in der Logopädie sicher und reflektiert anwenden

2026 | Stefanie Jung, Hanna Ehlert

Der Einsatz (generativer) Künstlicher Intelligenz (KI) eröffnet in der Logopädie neue Möglichkeiten. Sie kann diagnostische und therapeutische Prozesse unterstützen und den Praxisalltag entlasten. Gleichzeitig entstehen neue Unsicherheiten. Diese betreffen vor allem die Einordnung von
KI-erzeugten Ergebnissen, die Qualität generierter Inhalte sowie die Rolle therapeutischer Expertise im evidenzbasierten Handeln und im Clinical Reasoning.
Aktuelle Studien zeigen, dass viele spezifische KI-Tools für die Sprachtherapie bislang nur begrenzt validiert sind und häufig experimentellen Charakter aufweisen. Zwischen technischer Innovation und empirischer Absicherung besteht eine Diskrepanz, die die Unsicherheit im Umgang mit (generativer) KI verstärkt und eine besonders sorgfältige klinische Bewertung erforderlich macht.
Trotz dieser Unsicherheiten verweisen nationale und internationale Studien auf ein wachsendes Interesse von Logopäd*innen am Einsatz von KI-Anwendungen.
Insgesamt zeigt sich eine überwiegend offene Haltung gegenüber der Technologie sowie die Erwartung, dass KI zukünftig eine relevante Rolle in der logopädischen Praxis einnehmen wird. Der Beitrag beleuchtet diese Ambivalenz und stellt den Human Factor als zentrale Dimension logopädischer Qualität heraus. Während KI-Systeme zunehmend in der Lage sind, empathische Kommunikation zu simulieren, bleiben insbesondere differenzierte, lernförderliche und kritisch-konstruktive Rückmeldungen eine genuin menschliche Kernkompetenz. Vor diesem Hintergrund werden praxisorientierte Handlungsempfehlungen für einen reflektierten Umgang mit (generativer) KI entwickelt. Ziel ist es, Logopäd*innen dabei zu unterstützen, die
Potenziale von (generativer) KI gezielt zu nutzen, ohne dabei zentrale professionelle Kompetenzen und die Qualität therapeutischen Handelns zu gefährden.


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