HINTERGRUND: Die Vocal Tract Discomfort Scale (VTD Skala) dient als Ergänzung zum Voice Handicap Index (VHI), um Missempfindungen im Vokaltrakt zu erfassen. Bisher erfolgt die Auswertung primär quantitativ. In der logopädischen Praxis gewinnt jedoch die qualitative Analyse zunehmend an Bedeutung, da sie individuelle Erlebensweisen besser erfassen kann, die dann in die Therapieplanung einfließen können. Daher wurde der Frage nachgegangen: Wie kann die VTD Skala qualitativ ausgewertet und zur Therapieplanung genutzt werden?
METHODIK: Anhand einer Literaturrecherche wurden 107 Treffer erzielt. Hiervon konnten 74 Studien in die Auswertung einbezogen werden. ERGEBNISSE: Die Studienlage zeigt die steigende Verwendung der VTD Skala. Sie wird in diversen Kontexten (z. B. Reflux, Berufssprecher*innen, COVID-19) genutzt. Bisher liegt der Fokus auf der quantitativen Auswertung. Eine qualitative Analyse, bei der einzelne Items ausgewertet, diskutiert und mit Blick auf die Therapie interpretiert werden, ist bislang kaum dokumentiert. Anhand theoretischer Ableitungen wurden drei Item-Gruppen gebildet: hybrid, entzündliche Prozesse und muskuläre Missempfindungen. Für jede Gruppe wurden spezifische therapeutische Empfehlungen entwickelt, z. B. Flüssigkeitszufuhr, manuelle Therapie oder gezielte Fragestellungen zur Eigenwahrnehmung.
DISKUSSION: Die qualitative Auswertung der VTD Skala bietet eine wertvolle Ergänzung zur zahlenbasierten Analyse. Sie ermöglicht eine individuelle, symptombasierte Therapieplanung. Trotz begrenzter Generalisierbarkeit eröffnet dieser Ansatz neue Perspektiven für die Einzelfallforschung in der Stimmtherapie.
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