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Aktuelle Ausgabe

FORUM Logopädie 4/2017 (31. Jg)

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THEORIE UND PRAXIS


Dörte Pollex-Fischer, Saskia Rohrbach
Berliner orofaziales Screening BoS
Vorstellung eines Untersuchungsinstruments zur Diagnostik orofazialer Dysfunktionen (OFD) (6-11)

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Einleitung: Ziel dieser Untersuchung war die Entwicklung eines standardisierten Verfahrens zur Diagnostik bei Verdacht auf orofaziale Dysfunktion (OFD). Methodik: Das BoS wurde an 353 Personen (weiblich 122, männlich 231) im Alter zwischen 2;11 und 55;0 Jahren (Median 8;0 Jahre) mit Verdacht auf OFD durchgeführt und im Expertenkonsens im Verlauf von 10 Jahren optimiert. Verbale Beschreibungen wurden in Zahlenwerte übertragen und die Intra- und Interraterreliabilität berechnet. Das BoS wurde von 15 LogopädInnen unterschiedlicher Einrichtungen hinsichtlich verschiedener Kriterien bewertet. Ergebnis: Die Intra- und Interraterreliabilität wurde mit gut bis sehr gut berechnet (Cohens Kappa zwischen 0,72-0,94). Die Kriterien Praktikabilität und Inhalt wurden im Praxis- und Klinikalltag positiv bewertet.
Diskussion: Das BoS erwies sich als umfassendes, praktikables, zeitökonomisches Instrument zur Diagnostik bei Verdacht auf OFD.


Melanie Weinert, Michael H. Stienen, Laura Hess, Elena Alef
Neuer Whole-mouth-Test zur Diagnostik der Nahrungsperzeption
Zielsetzung - Entwicklung - Evaluation (12-17)

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Der Mundraum ist ein Organ der Wahrnehmung, vergleichbar dem Auge, dessen Hauptfunktion die Genießbarkeitsprüfung der Lebensmittel ist. Die Perzeption, die Bolusgnosie, ist bei der Auswahl und der Initiierung des Schluckprogramms maßgeblich beteiligt. Es handelt sich um einen komplexen senso-motorischen Ablauf, an dem alle Sinne und die Kaumotorik beteiligt sind. Diese multisensorische Perzeption wurde mittels eines neu entwickelten Tests an zwei gesunden Alterskohorten untersucht (n = 95). Ein Vergleich zwischen Jungen und Älteren offenbart eine reduzierte Wahrnehmung der Lebensmittel im Mundraum in der Gruppe der Senioren, das zu einer Kompensationsstrategie, dem häufigeren Kauen, führt. In der Berechnung des Korrelationskoeffizienten erreicht das Merkmal Alter jedoch nur eine erklärende Varianz von 23 %. Zusätzlich spielt ein reduzierter Zahnstatus eine Rolle – Geschlecht oder Raucherstatus aber nicht. Diese Daten sollen zukünftige Vergleichsuntersuchungen bei Patienten mit neurogener Dysphagie ermöglichen.


Nina Heck
Interaktion des sprachlichen und des motorischen Systems
Bedeutung für die Aphasietherapie (18-23)

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Aphasien sind eine häufige Folge von Schlaganfällen. Da Aphasien oft zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung der sozialen Integration führen, sind effektive Therapieverfahren von großer Bedeutung. Zur Entwicklung neuer Therapieverfahren sind Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung essenziell. In diesem Artikel werden Studien aus der neuropsychologischen und neurowissenschaftlichen Grundlagenforschung zur Interaktion des sprachlichen und motorischen Systems als Basis der Aphasietherapie diskutiert. Im Anschluss wird die "Intensive Language Action Therapy" vorgestellt und die Nutzung von Bewegungsbeobachtung in der Aphasietherapie diskutiert.


Wiebke Scharff Rethfeldt
Logopädische Versorgungssituation mehrsprachiger Kinder mit Sprachentwicklungsstörung
Das MeKi-SES-Projekt zur Versorgung einer ambulanten Inanspruchnahmepopulation in Bremen (24-31)

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Die veränderten Migrationsbewegungen und die damit verbundene kulturelle und linguistische Vielfalt der in Deutschland lebenden Bevölkerung stellt nicht zuletzt die logopädische Versorgung vor neue Fragestellungen. Der Beitrag berichtet über die Ergebnisse des Projekts MeKi-SES mit dem Ziel einer ersten Bestandsaufnahme der gegenwärtigen logopädischen Versorgungssituation von mehrsprachigen Kindern mit/ohne Migrationshintergrund (MH) nach erfolgter Verordnung bei Verdacht auf eine Sprachentwicklungsstörung (SES). Dazu befragt wurden 30 logopädische Praxen in der Stadt Bremen, die sich durch eine sozialräumliche Polarisierung auszeichnet. Die Praxen wurden einem von vier Bremer Ortsteilen zugeordnet, die sich an dem Anteil an minderjährigen Menschen mit MH und SGB II-Hilfe-EmpfängerInnen orientieren. Gleichzeitig wurden Rahmenbedingungen von logopädischen Praxen in Bremen sowie Informationen zu den tätigen TherapeutInnen erhoben. Die Daten wurden deskriptiv und mit SPSS ausgewertet. Die Ergebnisse zur ambulanten Inanspruchnahmepopulation
weisen darauf hin, dass Indikationsschlüssel und logopädische Diagnose nicht zwingend übereinstimmen und dass für mehrsprachige Kinder im Vergleich zu deutsch-einsprachigen Kindern ein höheres Risiko besteht, durch die logopädische Versorgungslücke zu fallen. Auch weisen die Ergebnisse auf einen zukünftigen TherapeutInnenmangel in Bremen hin. Die Pilotstudie leistet einen ersten Beitrag für weitere Studien zur Beantwortung der zunehmend diskutierten Fragen der Qualitätssicherung an der differenzialdiagnostischen Schnittstelle zwischen Förder- und Therapiebedarf.


Jürg Kollbrunner
Zur Praxisrelevanz der neuen AWMF-Leitlinie "Stottern"
Kritische Fragen und mögliche Erklärungen (32-37)

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Die neue AWMF-Leitlinie "Stottern" beeindruckt durch ihren Umfang und die hinter ihr stehenden achtzehn Fachgesellschaften. Bei genauerer Betrachtung fallen aber verschiedene Einseitigkeiten und eine fragwürdige Tendenz auf: Das Stottern wird ausschließlich über Genetik und Hirnphysiologie verstanden. Erfahrungswissenschaftliche, insbesondere psychosoziale Erkenntnisse zur Entstehung des Stotterns werden nicht berücksichtigt. Erklärt wird dieser Mangel mithilfe einer falschen Interpretation des Konzepts der "nicht-geteilten Umwelt". Die Folgen dieser Einschränkung sind eine eingeengte Definition des Stotterns, eingeschränkte Therapieempfehlungen und eine auffällige Vernachlässigung der Therapeut-Patient-Beziehung, was insgesamt zu einer geringen Praxisrelevanz der Leitlinie führen muss. Die Leitlinie scheint durch eine Verdrängung des Psychosozialen geprägt. Deren möglichen Ursachen werden diskutiert. Schließlich folgen Anregungen für eine zukünftige Revision der Leitlinie.

BERUF UND VERBAND

  • Bundestagswahl 2017: Wahl-Spezial auf der dbl-Website
  • Aktuelle Fortbildungen für Kurzentschlossene
  • Die aktuelle Zahl
  • Bewerben für Luise-Springer Forschungspreis und dbl-Nachwuchspreise 2018
  • Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte: Umsetzung und Ausfüllhinweise
  • Außerordentliche Mitgliederversammlung verabschiedet Satzung
  • Neue Broschüre "Logopädie – Menschen zur Sprache bringen"
  • Überarbeitete Neuauflage Broschüre "Frühförderung"
  • Neu: Infos zum Arbeitszeugnis auf der dbl-Website
  • Erfolgreiche Verhandlungen unter neuen Rahmenbedingungen
  • Ämter im Landesverbandsvorstand NRW neu besetzt
  • Der dbl mischt sich ein: Aktuelle berufspolitische Aktivitäten
  • Frühere Verbindungen aufleben lassen: Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Gesangspädagogen (BDG)
  • Online im Wartezimmer: WLAN in der logopädischen Praxis

BILDUNG UND FORSCHUNG

  • Balintpreis 2017 für Erlanger Anamnesegruppen
  • Wege zur FH-Professur: Info-Roadshow in Bremen
  • 2. Hamburger Stimmsymposium
  • HAWK Hildesheim sucht PatientInnen für Forschungsprojekt
  • Bundesweiter Aktionstag Legasthenie und Dyskalkulie
  • DGNI-Nachwuchspreis 2018 ausgeschrieben
  • Neuer Studiengang Heilpädagogik in Nürnberg
  • Zentrum für Entwicklung und Lernen in Heidelberg stellt sich vor

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