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Aktuelle Ausgabe

FORUM Logopädie 6/2017 (31. Jg)

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THEORIE UND PRAXIS


Bertram Weber
Mit Struktur und Flexibilität zum Therapieerfolg
Therapieverständnis und Elternbedürfnisse in der logopädischen Therapie von kindlichen Sprach- und Sprechstörungen (6-10)

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Die logopädische Therapie von kindlichen Sprach- und Sprechstörungen stellt an die behandelnden LogopädInnen zahlreiche Herausforderungen. Sie ist ein höchst komplexes und multifaktorielles Geschehen, für dessen Gelingen nicht nur das vorhandene Störungsbild und die verwendete Therapiemethode, sondern zahlreiche andere Komponenten von Bedeutung sind. Dazu gehören u.a. Persönlichkeitsfaktoren der LogopädIn, des Kindes und der Eltern, die Motivation und Therapiebereitschaft des Kindes, die Möglichkeiten der Eltern zur aktiven Mitarbeit, die Fachkompetenz der LogopädIn und an vorderster Stelle die Qualität und Stabilität der therapeutischen Beziehung. Die beschriebene Problematik war Gegenstand einer qualitativen Untersuchung zu Therapieverständnis und Elternbedürfnissen in der logopädischen Therapie von kindlichen Sprach- und Sprechstörungen. Vor dem Hintergrund der präsentierten Ergebnisse wird die Beurteilung des Therapieerfolgs durch die gängige Evidenzhierarchie einer evidenzbasierten Praxis hinterfragt.


Nadja Weigand
Interaktionsqualität in der Logopädie
„Logopädischer Erfolg wird durch die Interaktionsqualität und die Beziehungsebene zum Patienten bestimmt” (12-16)

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Die Interaktionsqualität und die Beziehungsebene sind in allen therapeutischen Berufen von ausschlaggebender Bedeutung und beeinflussen den Therapieerfolg. 15 % des Therapieerfolgs lassen sich aufgrund von Methode und Technik erklären, 85 % des Erfolgs werden sozialen Kompetenzen, individueller Patienteneinstellung und Patientenbedürfnissen sowie der therapeutischen Beziehung zugeschrieben. Es lässt sich also behaupten: Der Erfolgsfaktor wird durch die Beziehungsebene und die Interaktionsqualität bestimmt. Auf der Grundlage der Master-These der Autorin werden Aspekte und Faktoren, die zur Qualität der Interaktion beitragen und bewusst in der Eigenverantwortung und Kompetenz der TherapeutIn selbst liegen, kurz dargelegt. In der Schlussbetrachtung werden das Phänomen der therapeutischen Bindung im Sinne einer sicheren Basis und die Wirkfaktoren einer therapeutischen Beziehung in Anlehnung an die Erkenntnisse aus der Psychotherapie vertiefend dargestellt. Die therapeutische Haltung, das Menschenbild der TherapeutIn und die Beziehungsfähigkeit sind gefordert.


Wiebke Scharff Rethfeldt
Evidenzen zu Empfehlungen und Ansätzen
in der Sprachtherapie mit mehrsprachigen Kindern (18-23)

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Seit 2006 ist die Zuwanderung nach Deutschland steigend, sodass sich der Anteil von Menschen mit kulturell und linguistisch diversem Hintergrund an der deutschen Bevölkerung und damit auch die Bedarfe und Anforderungen an die logopädische Versorgung erhöhen. Die logopädische Therapie von Sprech- und Sprachstörungen hat sowohl für einsprachige als auch für mehrsprachige Kinder mit Blick auf eine gesellschaftliche Teilhabe und damit die gesundheitliche und soziale Chancengleichheit hochgradig Relevanz. Die in der Logopädie konsultierte Grundlagenforschung zur Sprachentwicklung und ihren Störungen basiert jedoch auf der Untersuchung monolingualer Kohorten. Theorien und Modelle sowie das Vorgehen in der sprachtherapeutischen Intervention bei Sprachentwicklungsstörungen sind damit vorrangig auf die Behandlung bei einsprachigen Kindern ausgerichtet. Auf der Grundlage monolingualer Erkenntnisse basierende Empfehlungen zur Beratung und Behandlung mehrsprachiger Kinder bedürfen somit einer kritischen Überprüfung. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über aktuelle Erkenntnisse aus Interventionsstudien mit mehrsprachigen Kindern. Sie bilden die evidenzbasierte Grundlage für Fragen zur Sprachwahl, zu geeigneten Therapieinhalten und möglichen Transfereffekten.


Susanne Bauer, Chiara Hanser, Lea Tschirren
Kindliche Schluckstörungen
Behandlung und Forschung im Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche in Affoltern am Albis (Schweiz) (24-28)

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Einen Schwerpunkt der logopädischen Tätigkeit im Rehabilitationszentrum in Affoltern am Albis stellt die Diagnostik und Therapie von kindlichen Schluckstörungen dar. Die Kenntnis der physiologischen Essentwicklung ist dafür eine entscheidende Grundlage. Nach einem Überblick über die Unterschiede der Dysphagietherapie bei erworbenen und angeborenen Hirnschädigungen wird der Fokus auf die Zerebralparese gelegt. Bei der Durchführung einer klinischen Studie am Rehabilitationszentrum zur Überprüfung der Reliabilität und Validität der deutschen Übersetzung des „Eating and Drinking Ability Classification System“ (EDACS) für Kinder und Jugendliche mit Zerebralparese zeigte sich eine sehr gute Reliabilität (0,91) und eine hohe Validität (0,66). Als Vergleichsinstrument diente der Bogenhausener Dysphagiescore (BODS). Die Erhebung wurde aktuell mit einer größeren Stichprobe weitergeführt und ist abgeschlossen (Artikel in Vorbereitung). Durch den Übersetzungsprozess ist eine Version für alle deutschsprachigen Länder (Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Deutschland) entstanden. Das EDACS (Manual und Algorithmus) ist kostenlos erhältlich: www.kispi.uzh.ch/rza/de/forschende/publikationen/downloads/Seiten/default.aspx.


Christina Knels
Sprachtherapie bei Demenz in Deutschland
Was haben wir, was brauchen wir? (30-33)

Sprach- und Kommunikationsstörungen bei Demenz werden in der Logopädie zukünftig immer mehr Raum einnehmen. Die Logopädie benötigt für eine effektive Diagnostik und Therapie sowohl spezifisches Wissen um die sprachlichen Symptomkomplexe und -verläufe der verschiedenen Demenztypen als auch um die kognitiven Begleitstörungen. Die Diagnostik wie auch die Therapie richtet ihren Blick auf die Ermittlung bzw. Stärkung kommunikativer Ressourcen. Therapieziele und -inhalte sollen sinnhaft, alltagsnah und lebensbedeutsam sein. In der Studienlage zu Evidenz sprachtherapeutischer Interventionen spiegeln sich diese Prinzipien momentan nicht wider.


Heike Rack Huser, Nicole Bruggisser
Logopädie in palliativen Situationen
Logopädischer Handlungsspielraum illustriert an Praxisbeispielen aus der Schweiz (34-39)

Die Logopädie hat auch in palliativen Situationen einen wichtigen Beitrag zu leisten. Kommunikation und Schlucken sind zwei Anliegen, die für Patienten mit einer schwerwiegenden Krankheit auch am Lebensende eine zentrale Rolle spielen. Anhand von Praxisbeispielen werden mögliche Aufgaben der Logopädie aufgezeigt. Dabei sind ein Bewusstsein für die spezielle Situation der Patienten und ihrer Familien, die multiprofessionelle Zusammenarbeit, spezifische Weiterbildung und knappe Ressourcen die zentralen Herausforderungen für Therapeuten.

BERUF UND VERBAND

  • Starke Stimmen für LogopädInnen: Die Berufsverbände im deutschsprachigen Raum
  • Aktuelle berufspolitische Entwicklungen im Überblick
  • Berufsstatus im Vergleich: gesellschaftliche Wertschätzung und rechtlicher Rahmen
  • Berufsangehörige kommen zu Wort
  • Verdienst und Vergütung - ein Vergleich
  • Wo arbeiten Logopädinnen und Logopäden
  • Ausbildungssituation: Deutschland hinkt hinterher
  • Einheit trotz Vielfalt: Harmonisierung in Europa gefordert
  • Wie Studierende ihre Zukunft sehen
  • Fachkräftebedarf wächst
  • Gemeinsam in Europa: Europäischer Tag der Logopädie

MEDIEN UND MATERIALIEN

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RUBRIKEN

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In der Anlage zu dieser Ausgabe finden Sie den Fortbildungskalender für das 1. Halbjahr 2018.