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Meldungen 11.07.2017 14:41 Alter: 76 Tage

NRW: Fachkräftesicherung in den Gesundheitsberufen

Aktuelle Daten der Landesberichterstattung Gesundheitsberufe

Foto: © YuI

Seit dem Jahr 2000 gibt es die Landesberichterstattung Gesundheitsberufe in Nordrhein-Westfalen. Erhoben werden die Daten aus Krankenhäusern und aus teil- bzw. vollstationären Einrichtungen vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) e. V. unter der Projektleitung von Prof. Dr. Michael Isfort.

Die erhobenen Daten und die daraus folgenden Analysen bilden in NRW eine wichtige Grundlage für die systematische Planung einer zukunftsorientierten Gesundheitsversorgung. Zur Verbreitung zentraler Ergebnisse wurden daher 2013 vom damaligen Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) Regionalkonferenzen eingeführt. In dem aktuellen, 2017 veröffentlichten Bericht wurden erstmals auch Daten zu den Therapieberufen – allerdings leider nur aus den og Einrichungen - eingeholt und in diesen Konferenzen vorgestellt.

In ihren einleitenden Worten zur Konferenz, die am 3. Juli 2017 die in Duisburg stattfand, fasste Dr. Christine Riesner vom NRW-Gesundheitsministerium die derzeitige Situation in der Gesundheitsversorgung und die aktuellen Entwicklungen in diesem Bundesland zusammen. Sie informierte darüber, dass in NRW an sieben Hochschulen elf Modellstudiengänge im Bereich der Pflege- und Gesundheitsberufe angeboten werden, drei davon in der Logopädie. In diesem Zusammenhang wies sie auch darauf hin, dass ab Juli 2017 eine Verbleibstudie für die Modellstudiengänge durchgeführt werden soll. Diese soll erheben, wohin sich Bachelorabsolventen und -absolventinnen beruflich orientieren, beispielsweise, in welche Berufsfelder sie gehen. Ebenso wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich die berufliche Situation von hochschulisch ausgebildeten Fachkräften (auch von Logopädinnen und Logopäden) von der der Berufsfachschüler/innen unterscheidet.

Relevant für die Therapieberufe waren des Weiteren die Zahlen zur Fachkräfteversorgung. Die Zunahme des Fachkräftemangels in diesen Berufen wurde von Prof. Dr. Michael Isfort eindringlich dargelegt. Der Wissenschaftler vermutet, dass die Diskrepanz zwischen der hohen Zahl der offenen Stellen gegenüber der relativ geringen Zahl der Arbeitssuchenden in den Therapieberufen noch deutlich höher ausfallen würde, wenn die Datenerhebung auch die Arbeitsstellen in den Praxen berücksichtigen würde. Der gleiche Trend zeichnet sich nach den aktuellen Daten im Bereich der Zahlen der Bewerberinnen und Bewerber für die Ausbildungsstätten ab. Vor diesem Hintergrund wurde noch einmal deutlich, dass die Tatsache, dass in den Therapieberufen die überwiegende Anzahl der Ausbildungsplätze derzeit nicht staatlich gefördert wird und damit von den Auszubildenden selbst finanziert werden muss ein großes Problem darstellt.

Nähere Auskünfte zur Veranstaltung und alle Vorträge finden Sie hier

Die ausführliche Darstellung der Ergebnisse der Landesberichterstattung NRW 2015 (erschienen 2017) kann hier abgerufen werden.


Azzisa Pula-Keuneke
dbl-Referat Bildung
 

Von: (GS/Feit)

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