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Meldungen 20.12.2017 15:26 Alter: 245 Tage

Fachlich und gesundheitspolitisch ein Highlight: die DGNR Tagung 2017

Die 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation (DGNR) bot vom 7. bis 9.12.2017 in Berlin fachlich wie gesundheitspolitisch ein breit gefächertes und hoch aktuelles Themenspektrum sowie zahlreiche spannende interdisziplinäre Beiträge.

Bild: Die Logopädin Dr. Ilona Rubi-Fessen (dbl) referiert über nicht-invasive Hirnstimulation (rTMS) in der Aphasietherapie und ihre Effekte auf Kommunikation und Sprache. (Foto: Helge Schubert – Conventus Congressmanagement & Marketing GmbH)

100 Jahre Neurorehabilitation in Deutschland war Anlass für die DGNR, alle Gesundheitsfachberufe an einen Tisch zu holen und die diesjährige Tagung mit zu gestalten. Für die Logopädie war der dbl eingeladen, ein fachliches Symposium auszurichten. Dieses Symposium, das von der Berichterstatterin gemeinsam mit Prof. Michael Jöbges gestaltet worden ist, hat die Anforderungen und Wirklichkeit der evidenzbasierten  Aphasietherapie in den Fokus genommen.

Verschiedene Aspekte der Aphasiebehandlung
Unsere Mitglieder Dr. Ilona Rubi-Fessen und Dr. Gabriela Barthel haben das breite Spektrum der Aphasiebehandlung von der Frührehabiliation bis zur ambulanten Intensivtherapie in der chronischen Phase der Erkrankung anschaulich und wissenschaftlich fundiert aufgezeigt. Die Evidenzen für die Unterstützung der Aphasiebehandlung durch nicht-invasive Hirnstimulation, die Intensivtherapie und verschiedene methodische Ansätze (CIAT oder individuelle störungsspezifische Therapie) wurden ebenso wie die Hürden der praktischen Umsetzung (Patienten- wie Therapeutenseitig) aufgezeigt.

Podiumsdiskussion zur ambulanten Nachsorge
In der anschließenden Podiumsdiskussion konnten wir mit Vertretern der Kostenträger GKV-Spitzenverband und Deutsche Rentenversicherung (DRV) diskutieren, wie die stationäre Versorgung und auch die ambulante Nachsorge effizienter gestaltet werden kann.  Wichtiger Diskussionspunkt war u.a., dass in Zukunft Intensivtherapiekonzepte im Heilmittelkatalog abgebildet sein müssen und die Verordnungsmöglichkeiten für Intensivtherapie unter den verordnenden Ärzten stärker bekannt gemacht werden muss.

Weitere logoädische Themen
Logopädische Themen waren auch unter den zahlreichen Posterbeiträgen mit vertreten. So etwa die Dysphagien im Hausbesuch, Dysarthrie-Therapie, Erhebung der Lebensqualität bei Schlaganfall etc.

Gemeinsames und Trennendes zwischen Rehabilitation und Palliativmedizin – so hieß ein außerordentlich spannendes und für die Versorgung hoch relevantes Symposium. In der Palliativversorgung – so die einhellige Meinung von Neurologen und Palliativärzten – sind  (Reha-) Therapieziele primär an der Lebensqualität orientiert. Diese Ausrichtung von Therapiezielen verändert Behandlungsmaßnahmen in der Rehabilitation, bedeutet aber nicht, dass die Rehabilitation beendet wird. Palliative Versorgung kann auch im Rahmen einer neurologischen Rehabilitation stattfinden, sofern die entsprechenden Fachkompetenzen vorhanden sind.  

Unterstützung für Akademisierung
Die DGNR und somit die Ärzte der Neurorehablitation unterstützt ausdrücklich die Professionalisierung und Akademisierung der therapeutischen Disziplinen. Aus diesem Grunde hatte die Gesellschaft unter der  Ägide von Prof. Wallesch zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Hier haben Logopädie , Ergotherapie, Physiotherapie, soziale Arbeit, Pflege und Neuropsychologie aufzeigen können, wo sie acht Jahre nach Einführung der Modellklausel stehen und welche strukturellen Änderungen (in der Lehre, in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses etc.) von der Politik noch initiiert werden müssen. Erfreulicherweise war  der Wissenschaftsrat durch Frau Dr. Schwörer vertreten, so dass die Anliegen gleich bei den Entscheidungsträgern bzw. den beratenden Stellen gehört wurden.

Ausblick
Die nächste Tagung der DGNR findet 2018 gemeinsam mit der DGNKN (Dt. Gesellschaft für Neurotraumatologie und Klinische Neurorehabiliation) unter dem Motto  „Theorien, Techniken, Trends“  in Erlangen statt. Allen, die im interdisziplinären Team arbeiten oder mehr über aktuelle Themen in der Neurorehabliation erfahren wollen, sei diese Tagung schon jetzt  ans Herz gelegt.


Dr. Ruth Nobis-Bosch
(GS/Leitung dbl-Referat Fortbildung)


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