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Meldungen, Newsletter-Nichtmitglieder 12.06.2018 11:59 Alter: 9 Tage

Gelungen: Der 10. CPLOL-Kongress in Estoril/Portugal

Beim traditionellen Treffen der Präsidentinnen wurde Dagmar Karrasch durch Prof. Wiebke Scharff Rethfeldt vertreten. Foto: Scharff Rethfeldt

Vom 10. bis 12. Mai 2018 fand der 10. Europäische Kongress für Logopädie in Estoril, Portugal, statt. Rund 630 Logopädinnen und Logopäden konnten an zwei Tagen aus einem Programm bestehend aus 121 Vorträgen, 9 Workshops sowie 221 elektronischen Posterpräsentationen auswählen. 

Der Kongress begann am Donnerstagabend mit einem Empfang im Paula Rego Museum im benachbarten Ort Cascais, welcher ausreichend Gelegenheit für anregende Gespräche mit internationalen Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa sowie aus Australien, Brasilien und den USA bot.

An den zwei Kongresstagen fanden in acht parallel verlaufenden Sessionen zudem pro Tag sechs Workshops und zwei Hauptvorträge statt. Als Hauptvortragende referierten Prof. Alexandre Castro Caldas (Portugal) über Language of illiterate subjects, Dr. Margaret Walshe (Irland) zum Thema Charting the Course and Navigating the Evidence: A critical appraisal of evidence based practice in Acquired Neurological Dysphagia, Prof. Dr. James Law (Großbritannien) zum Thema Intervention to promote child language development: What we do know, what we don’t and where we need to be going next, sowie Honorarprofessor Dr. Chris Code zur Frage Is Aphasia a Language Disorder?

Erstmals wurde zudem ein Dokumentarfilm auf einem CPLOL Kongress gezeigt. Anlässlich seiner Europa-Premiere sahen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Film „When I Stutter“ von Regisseur John Gomez, der bereits mit sechs Awards ausgezeichnet wurde. So erhielt er den Audience Award Documentary Feature auf dem Awareness Festival und dem Kansas International Film Festival, sowie den 2018 Media Award.

Kongressthemen waren neben aktuelle wissenschaftliche Erkenntnissen aus sämtlichen logopädischen Fachgebieten insbesondere experimentelle und digitale Lern- und Lehrmethoden. So veranstalteten Prof. Dr. Scharff Rethfeldt (Hochschule Bremen) und Dr. Hazel Roddam (University of Central Lancashire) einen gemeinsamen Workshop zum Thema Using Social Media to Encourage Increased Engagement with Research: Experiences of SLT Students and Practitioners in Germany and UK. International nutzt die wissenschaftliche Community bereits seit einigen Jahren die social media Plattform Twitter zur Verbreitung neuer Forschungserkenntnisse, Hinweise auf aktuell veröffentlichte Literatur sowie für den kollegialen Austausch. Am Workshop nahmen neben ForscherInnen und PraktikerInnen auch Studierende und Lehrende teil - real vor Ort sowie online via Twitter. Die Folien zum Workshop haben die beiden Twitterinnen online gestellt. Zu den weiteren Referentinnen aus Deutschland gehörten die Bremer Absolventin und dbl-Nachwuchspreisträgerin, Anna-Maria Kuttenreich (Hochschule Bremen) zum Thema Fazialesparese sowie die wissenschaftliche Mitarbeiterin Christina Haupt (Hochschule Osnabrück) zum Thema Peer-Coaching in der logopädischen Ausbildungspraxis. 

Sämtliche Beiträge sowie die RednerInnen sind dem offiziellen Abstractband zu entnehmen. Auf der Website cplolcongress2018.eu ist ein „Best of“ zu sehen. Weiterhin besteht die Möglichkeit die Berichte, Erfahrungen und Diskussionen zu den einzelnen Vorträgen auf Twitter unter #CPLOL18 nachzuverfolgen. Während des gesamten Kongresses nutzten KollegInnen aus der ganzen Welt dieses Medium, um im Sinne der Wissenschaftskommunikation auch nicht Anwesende an der Veranstaltung teilhaben zu lassen.

Am traditionellen President’s Lunch wurde dbl-Präsidentin Dagmar Karrasch durch Prof. Wiebke Scharff Rethfeldt vertreten. Bemerkenswert war, dass neben sämtlichen europäischen Berufsverbänden, die weitestgehend durch die CPLOL-Delegierten vertreten waren, überdies die Präsidentinnen der American Speech-Language Hearing Association sowie der Sociedade Brasileira de Fonoaudiologia an dem anderthalbstündigen Treffen teilnahmen. In dessen Rahmen hatte jede/r VertreterIn für wenige Minuten das Wort, um auf die jeweilige nationale berufliche Situation und aktuelle Herausforderungen aufmerksam zu machen. Es zeigte sich, dass die Themen demografischer Wandel, Attraktivität des Berufs und die Entlohnung nicht nur in Deutschland, sondern auch in Finnland, Großbritannien und Frankreich wesentliche Herausforderungen darstellen.

Wo, wann und ob ein nächster CPLOL Kongress stattfindet, bleibt in Anbetracht aktueller struktureller Herausforderungen noch offen.

Prof. Dr. phil. Wiebke Scharff Rethfeldt
(dbl-Bundeskommission für internationale Beziehungen, BKIB)

Von: (GS/Feit)

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