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Logopädische Therapie

Der Weg zur Sprache

In der Sprachanbahnung bei Kindern mit ASS ist es wichtig, verhaltenstherapeutisch basierte Ansätze (z.B. Verstärkung von Zielverhalten) anzuwenden und die Spezialinteressen des Kindes für die gemeinsame Arbeit zu nutzen. Wichtig ist, dass ein Kontext geschaffen wird, in dem das Kind nicht kommunizieren soll, sondern kommunizieren will, weil es erlebt, dass Kommunikation ihm etwas nützt. Damit das Kind das Gelernte in andere Situationen und Lebensbereiche übertragen kann, muss es verstehen, was bei der Kommunikation passiert und dies in mehreren (für das Kind bedeutsamen) Situationen erleben. Hierfür ist auch die Einbindung der engsten Bezugspersonen des Kindes im Rahmen der Elternarbeit wichtig.
Alle, die mit dem Kind zu tun haben, bilden ein Team. Das heißt, dass alle Beteiligten einander über ihre Arbeit und die Fortschritte informieren und einzelne wichtige Schritte in ihrem Bereich umsetzen sollten. In der Logopädie sollte das Wissen um die autismusspezifische Wahrnehmungsverarbeitung sowie Mittel der visuellen Strukturierung von Zeit, Raum, Handlungen und Anforderungen an das Kind genutzt werden.

Mit Sprache auf dem Weg

Auch im Jugend- und Erwachsenenalter stehen viele Menschen mit ASS, die gut in die Sprache gefunden haben, vor besonderen kommunikativen Herausforderungen. Auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt, können sprachliche Fähigkeiten (z.B. Bedeutung und Verwendung von Redewendungen) sowie Kommunikationsstrategien trainiert werden, die sich im Sinne der sozialen Teilhabe positiv auf die Bewältigung alltäglicher Anforderungen auswirken.
 
Logopädische Leistungen für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen

Die logopädische Behandlung kann Ziele aus u.a. folgenden Bereichen verfolgen:

  • Anbahnung von Grundlagen kommunikativen Verhaltens (Blickkontakt, Zuwendung, nonverbale Interaktion, Sprachverständnis),
  • Sprachanbahnung (erstes Sprechen oder Lautieren),
  • Funktionalisierung von Sprache (d.h. Umwandlung stereotyper Wiederholungen bzw. selbststimulativen Sprechens in ein kommunikatives, auf ein Gegenüber bezogenes Sprechen) die
  • Erarbeitung von kommunikativen Regeln und funktionaler Interaktion bei Menschen mit ASS, die bereits sprechen, jedoch Schwierigkeiten haben, dies im gegenseitigen Gespräch umzusetzen,
  • Arbeit im Bereich Sprachverständnis auf höherer Ebene,
  • Behandlung bei Schwierigkeiten der Nahrungsaufnahme, die durch die autismus-spezifischen Wahrnehmungsstörungen bedingt sind.