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Schlucken: Wichtig für die Nahrungsaufnahme und für die Lebensqualität

Logopädische Diagnostik von Schuckstörungen: Überprüfung der Sensibilität und Zungenmotorik bei einem neurologischen Patienten. (Foto: dbl/Jan Tepass)
Logopädische Diagnostik von Schuckstörungen: Überprüfung der Sensibilität und Zungenmotorik bei einem neurologischen Patienten. (Foto: dbl/Jan Tepass)

Schluckstörungen (Dysphagien) bei Erwachsenen können in Verbindung mit neurologischen Erkrankungen auftreten. Außerdem können Störungen der Nahrungsaufnahme nach operativen Eingriffen oder als Unfallfolge vorkommen. Zu den häufigsten neurologischen Ursachen zählen: Schlaganfall, Morbus Parkinson, Schädel-Hirn-Traumata (MHT), Multi-System-Atrophien, Multiple Sklerose (MS) und Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Weitere Ursachen für eine Schluckstörung können Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, internistisch oder medikamentös bedingt sein. In Kombination mit Demenz kann eine Schluckstörung auftreten.

Die Folgen einer Schluckstörung können vielfältig sein. Gefährlich wird es dann, wenn es zum Verschlucken der Nahrung kommt und die Atemwege behindert werden. Mangelernährung, Austrocknen durch Flüssigkeitsmangel, ungewollte Gewichtsabnahme und ein damit verbundener Gewichtsverlust mindern die Lebensqualität und stehen einem Genesungsprozess entgegen.
Die meisten Betroffenen leiden sehr unter der erschwerten Nahrungsaufnahme. Wenn das Essen förmlich im „Halse stecken bleibt“, ist das ein bedrohliches Erlebnis.

Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und hängen davon ab, welche Ursachen ihnen zugrunde liegen. Aufmerksam sollte man sein, wenn zum Beispiel Folgendes beobachtet werden kann:

  • Lähmungen im Lippen-, Zungen- und Wangenbereich
  • Husten während oder direkt nach dem Essen
  • unkontrolliertes Herauslaufen von Speichel und/oder Nahrung aus dem Mund
  • unklare Fieberschübe und eine zunehmende Verschleimung
  • Schmerzen beim Schlucken
  • ungewollte Gewichtsabnahme
  • Flüssigkeitsmangel

Generell gilt: Bei Verdacht auf eine Schluckstörung sollte auf jeden Fall ärztlicher Rat eingeholt werden. Falls der Arzt eine Schluckstörung diagnostiziert, benötigt der Patient eine logopädische Schlucktherapie. Die Logopädin  bietet nach einer ausführlichen logopädischen Diagnostik  zielgerichtete Übungen an, stellt die passende Koststufe ein und berät die Betroffenen und deren Angehörige, wie der Alltag mit einer Schluckstörung bewältigt werden kann.

Welche geeigneten Hilfsmittel gibt es, welche speziellen Lagerungsmöglichkeiten gibt es während der Essensaufnahme? Diese wichtigen Fragen müssen geklärt werden, damit das Umfeld für eine sichere Nahrungsaufnahme angepasst wird. Die Therapeuten stehen in engem Kontakt mit dem behandelnden  Arzt, dem Pflegepersonal und den Angehörigen, damit Zielsetzungen gemeinsam besprochen und umgesetzt werden können. Es ist nicht immer möglich, eine Schluckstörung zu „heilen“. Das Ziel einer logopädischen Schlucktherapie ist eine sichere Nahrungsaufnahme, die eine Teilhabe am Alltag ermöglicht. Das muss für jeden Betroffenen auf Grundlage von methodischen Überlegungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen individuell ausgerichtet werden.