Sie befinden sich hier: Startseite > der dbl > Presse > Pressemitteilungen > Einzelansicht 
Pressemitteilungen, Meldungen 03.06.2015 11:00 Alter: 3 Jahr(e)

Pressemitteilung: Inklusion NRW: Qualität logopädischer Versorgung für Kinder in integrativen Einrichtungen gefährdet

Deutscher Bundesverband für Logopädie fordert Erhalt bewährter Konzepte

(Düsseldorf, 3. Juni 2015) Der Deutsche Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl) warnt vor einer deutlichen Verschlechterung der logopädischen Versorgung von Kindern mit Behinderungen im Rheinland. „Unter dem Deckmantel der Umsetzung wohnortnaher inklusiver Bildung und Betreu­ung will sich der Landschaftsverband Rheinland (LVR) ab August 2016 aus der Finanzierung von Therapien in integrativen Kindertagesstätten zurückziehen. Damit wird ein erheblicher Qualitäts­verlust im Bereich der logopädischen Versorgung einhergehen“, sagte die Präsidentin des Deut­schen Bundesverbandes für Logopädie, Dietlinde Schrey-Dern, heute vor der Presse in Düssel­dorf.

In den 80er Jahren hatte der LVR die gemeinsame Betreuung und Förderung von Kindern mit und ohne Behinderung in integrativen Einrichtungen eingeführt, in denen letztere von fest angestellten Therapeutinnen und Therapeuten u.a. logopädisch hocheffizient betreut werden konnten. „Dieses erfolgreiche Konzept soll ab August 2016 aufgegeben werden, weil die therapeutischen Kosten in Zukunft von den Krankenkassen übernommen werden sollen.

„Diese Umstellung bedeutet das 'Aus' für viele bisher äußerst erfolgreich arbeitende pädagogisch-therapeutische Teams in 640 Einrichtungen im Rheinland, in denen nach Informationen der AWO rund 5000 Kinder mit Behinderungen betreut werden“, warnt die dbl-Präsidentin. „Die Kostenüber­nahme durch die Krankenkassen setzt beispielsweise voraus, dass die Eltern die für die Therapie notwendigen ärztlichen Verordnungen rechtzeitig besorgen. Dies wird nicht immer gelingen“, so Schrey-Dern. Problematisch sei auch, dass in Zukunft Therapeuten und Therapeutinnen von au­ßen die Arbeit in den Einrichtungen unter schwierigen Rahmenbedingungen übernehmen müssen. „Manche Kinder können aufgrund einer Verhaltensstörung nicht auf Abruf therapiert werden. Sie brauchen eine alltagsintegrierte Terminierung und Frequenz sowie Logopädinnen bzw. Logopäden, die sie gut kennen und denen sie sehr vertrauen. Auch der enge und kontinuierliche Kontakt zwi­schen therapeutischem zum pädagogischem Personal ist ein wichtiger Schlüssel für die erfolgrei­che Behandlung behinderter Kinder in Einrichtungen. All dies wird nach der geplanten Umstellung durch den LVR nicht mehr möglich sein“, befürchtet die dbl-Präsidentin.

„Wir fordern den LVR auf, dafür Sorge zu tragen, dass es auch in Zukunft integrative Einrichtungen mit fest angestelltem therapeutischen Personal gibt. Die Eltern der betroffenen Kinder sollen selbst entscheiden können, ob sie ihr Kind wohnortnah einer Einrichtung mit externen Therapeutinnen und Therapeuten oder einer im besten Sinne inklusiven Einrichtung mit eigenen multiprofessionel­len Teams aus Therapie und Pädagogik anvertrauen“, fordert Dietlinde Schrey-Dern.

V.i.S.d.P.: Cordula Winterholler (Geschäftsführerin), Deutscher Bundesverband für Logopädie (dbl). Weitere Informationen: dbl-Pressereferat, Margarete Feit, Augustinusstr. 11 a, 50226 Fre­chen, Tel.: 02234/37953-27,  E-Mail: presse@dbl-ev.de, Internet: www.dbl-ev.de, ab 3. Juni auch erreichbar unter 0171/1428030.

Von: GS/mage

Downloads/Links