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Meldungen, Novelle Berufsgesetz 09.11.2016 16:51 Alter: 1 Jahr(e)

Symposium Berufsgesetz: Einheitliches akademisches Berufsgesetz überfällig!

Viel Lob aus der Politik für die Arbeit des Arbeitskreises Berufsgesetz

Diskutierten gemeinsam: Birgit Wöllert (MdB), Michael Preibsch (ZVK), Sabine Plaehn (DVE), Elisabeth Scharfenberg (MdB), Bettina Müller (MdB), Azzisa Pula-Keuneke (dbl) und Prof. Dr. Gerhard Igl.

Am 8. November 2016 haben sich mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Berufspolitik, Wissenschaft, Gesundheitswirtschaft und Politik in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund in Berlin im Rahmen eines Symposiums über die zukünftige Ausbildung und inhaltliche Ausgestaltung der logopädisch-sprachtherapeutischen Berufe ausgetauscht. Eingeladen hatte der Arbeitskreis (AK) Berufsgesetz, dem die drei logopädisch-sprachtherapeutischen Berufverbände (Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V./dbl, Deutscher Bundesverband der akademischen Sprachtherapeuten e.V./dbs und Deutscher Bundesverband der Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen e.V./dba) sowie der Hochschulverbund für Gesundheitsfachberufe e.V. und der Bundesverband Deutscher Schulen für Logopädie e. V. angehören. Mit dabei sind zudem Expertinnen und Fachkolleginnen aus den Modellstudiengängen. Der AK setzt sich seit Anfang 2016 für ein einheitliches Berufsgesetz auf Hochschulniveau ein.

Ziel: Konkrete Vorschläge für die Politik
Vor dem Hintergrund der dringend notwendigen Novellierung des Gesetzes für den Beruf des Logopäden und der geforderten gesetzlichen Neustrukturierung auf der Basis der hochschulischen Qualifizierung für den Bereich der Logopädie/Sprachtherapie hatte sich der Arbeitskreis seit seiner Gründungsveranstaltung vom 28. Januar zum Ziel gesetzt, diese geforderten gesetzlichen Änderungen inhaltlich zu bearbeiten und damit der Politik konkrete Vorschläge anbieten zu können.

In ihren Begrüßungsworten betonte die Dietlinde Schrey-Dern, Präsidentin des dbl und Sprecherin des Arbeitskreises die gelungene Zusammenarbeit. Sie bedankte sich beim Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) des Landes Nordrhein-Westfalen für die Unterstützung, da das MGEPA die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hatte.

Interdependenz von Forschung und Praxis
In ihrem Key-Note Vortrag „Selbstverständlich wissenschaftlich – zum Selbstverständnis der Logopädie“ verdeutlichte Prof. Dr. Monika Rausch, welche Bedeutung die wissenschaftliche Weiterentwicklung des eigenen Faches für die praktische Arbeit in der Logopädie/Sprachtherapie hat. Dies wiederum setze die hochschulische Qualifikation und die damit verbunden Möglichkeit voraus, im eigenen Feld Forschung und Wissenschaft zu betreiben. Dies sei die Grundlage für eine fortlaufende Aktualisierung der Patientenversorgung, da relevante Fragen aus der klinischen Tätigkeit empirisch erfasst und weiterentwickelt werden und Forschungsbefunde in der Praxis leichter umgesetzt werden können.

In ihren Vorträgen zur Zukunft der Logopädie/Sprachtherapie stellten die Mitglieder des Arbeitskreises Prof. Dr. Norina Lauer, Prof. Dr. Maihack und Prof. Dr. Julia Siegmüller verschiedene Aspekte der Forschung, Versorgung und Verantwortung eindrücklich dar. In der sich anschließenden Gesprächsrunde tauschten Studierende verschiedener Studienmodelle auf Einladung von Anne Tenhagen (Vorsitzende der dbl-Bundesstudierendenvertretung) ihre Erfahrungen und Erwartungen an die hochschulische Qualifikation aus.

Beruferechtliche Fragestellungen
Prof. Dr. Gerhard Igl nahm in seinem Vortrag „Berufsgesetz für die Berufsgruppe Logopädie / Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie: Notwendigkeit, Anforderung und Ausgestaltung“ beruferechtliche Fragestellungen in den Fokus. Bis 2014 hatte der Experte die beruferechtliche Begleitforschung für die Modellstudiengänge in NRW geleitet und sich umfassend mit der derzeitigen Gesetzeslage und den unterschiedlichen rechtlichen Zulassungsbedingungen innerhalb der Logopädie/Sprachtherapie auseinandergesetzt.

Vorschläge für die Politik
Last but not least stellte der AK Berufsgesetz, vertreten durch die Bundesvorsitzende des dbs, Katrin Schubert, Dietlinde Schrey-Dern und Rechtsanwalt Dr. Ulrich Wollenteit (dba) seine Arbeitsergebnisse zu den Themen Ausbildungsziele, Ausbildungsstandards und Übergangsregelungen vor.
Diese Ergebnisse stehen in Kürze an dieser Stelle als Hand-Out zur Verfügung.

Statements der Gesundheitspolitikerinnen
Die teilnehmenden Politikerinnen – allesamt Mitglieder im Bundestagsausschuss für Gesundheit - nutzten das Symposium, um ihre Positionen in kurzen Statements zu formulieren. Bettina Müller von der SPD-Fraktion machte deutlich, dass auch sie sich für eine „regelhafte Akademisierung“  einsetzt. Elisabeth Scharfenberg von BÜNDNIS90 /DIE GRÜNEN betonte ihre Unterstützung einer „schrittweisen Vollakademisierung“ unserer Berufsgruppen. Birgit Wöllert von der Partei DIE LINKE erinnerte daran, dass es im Gesundheitssektor mehr auf Kooperation als auf Abgrenzung ankomme, eine Form der Zusammenarbeit, die durch eine hochschulische Ausbildung der Gesundheitsfachberufe gestärkt werden muss. Die Arbeit des Arbeitskreises sei außerordentlich hilfreich, so die Politikerinnen, um das gemeinsame Anliegen eines gelungenen, einheitlichen Berufsgesetzes im Bereich Logopädie/Sprachtherapie voranzubringen.

Vertreten waren bei der Podiumsdiskussion auch der Deutsche Verband der Physiotherapeuten (durch Michael Preibsch, stellvertretender Vorsitzender) und der Deutsche Verband der Ergotherapeuten (durch Vorstandsmitglied Sabine Plaehn), die sich beide für eine grundständige Akademisierung auch ihrer Berufe ausgesprochen haben.

Fazit
„Das Symposium hat gezeigt, dass unsere Verbände mit ihrer Forderung nach einer einheitlichen Berufsgesetzgebung und einer primärqualifizierenden Ausbildung für alle Berufsangehörigen richtig liegen. Wir werden alles dafür tun, dies den Verantwortlichen zu vermitteln“, so das Fazit von Dietlinde Schrey-Dern zum Ende der erfolgreichen Veranstaltung.


(Azzisa Pula-Keuneke, Referat Bildung)




Von: (GS/Feit)

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