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Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht zum berufsbegleitenden Masterstudium

Autorin Maike Gumpert

„Warum willst du denn nun auch noch einen Master machen?“. Nachdem ich bereits zwei Jahre berufsbegleitend Logopädie (Bachelor) studiert hatte, wurde mir diese Frage oft gestellt. Berufsbegleitend studieren bedeutet für eine bestimmte Zeit sein privates und berufliches Leben umstrukturieren und auf einiges verzichten zu müssen. Das Privatleben leidet dabei am meisten. Also warum wollte ich nach nur einem halben Jahr „Studierpause“ ein zweijähriges Masterstudium beginnen?
Auf den ersten Blick waren es die veränderten Anforderungen an meinem Arbeitsplatz als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule und die besseren Zukunftsaussichten mit einer entsprechenden Weiterbildung, die mich motivierten. Das Studium wurde außerdem durch meinen Arbeitgeber unterstützt, so dass ich bei der Organisation von Präsenzphasen und Blockwochen kaum Schwierigkeiten hatte. Da ich neben dem Studium 32 Stunden gearbeitet habe, war auch die Finanzierung der Studiengebühren gut möglich. Aber motivierte mich das, nach einem stressigen Arbeitstag oder am Wochenende noch eigene Projekte zu entwickeln, nach Literatur zu recherchieren oder für Klausuren zu lernen? Diese Doppelbelastung von Studium und Beruf war für mich nur aus drei Gründen möglich:
Zunächst haben mich die Inhalte und der Aufbau des Studiums sehr motiviert. Ich konnte meinen eigenen fachlichen Schwerpunkt vertiefen und weiterentwickeln und gleichzeitig interdisziplinär Lernen. Das Studium war forschungs- und wissenschaftsorientiert, was für meine Arbeit an der Hochschule sehr wichtig ist. Die berufsbegleitende Studienstruktur ermöglichte es mir, Aufgaben und neues Wissen direkt im Rahmen meiner eigenen Tätigkeit umzusetzen und auszuprobieren bzw. eigene Praxisthemen im Studiengang zu reflektieren.
Außerdem war für mich die Mischung aus selbstständigem und selbstorganisiertem Lernen und dem Arbeiten in Gruppen (z.B. über Internetplattformen) wichtig. So konnte ich mein Lerntempo weitgehend selbst bestimmen, war aber auch im Austausch mit meinen Kommilitonen.
Zuletzt war das Studium nur möglich durch die Unterstützung meiner Familie und Freunde, die zwei weitere Jahre bei so manchem Treffen verständnisvoll auf mich verzichtet haben. Aber auch die Freundschaften und Kontakte, die sich im Rahmen des Studiums und bei studienbegleitenden Projekten entwickelt haben, motivierten mich. Es war schön, sich nach zwei bis drei Wochen an der Hochschule bei der nächsten Präsenzphase wiederzusehen. Dieser Austausch und die enge Betreuung und Unterstützung durch unsere Dozenten haben über so manche Krise hinweggeholfen.
Warum wollte ich also einen berufsbegleitenden Master machen? Weil es für mich gut zu organisieren war, mich neben externer Faktoren vor allem die Studieninhalte motivierten, und weil ich mich beruflich und persönlich weiterentwickeln konnte – Dank diverser Unterstützung.