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Erfahrungsbericht

Erfahrungbericht zur schulischen Ausbildung als Logopädin

Autorin Svenja Blömeke

Seit Oktober 2011 befinde ich mich an einer Berufsfachschule in der Ausbildung zur Logopädin. Nach diversen berufsorientierenden Praktika vor und nach Absolvierung meines Abiturs 2010 entschied ich mich, später einmal einer einer therapeutischen Tätigkeit nachzugehen.  Aufgrund meiner Interessen im sozialen, sprachlich-kommunikativen und medizinischen Bereich wählte ich schließlich die Logopädie , da die genannten Gebiete in diesem Berufszweig auf sehr harmonische Art und Weise miteinander verbunden sind.
Dabei gestaltete sich der Weg in die Ausbildung nicht immer einfach. Damals wurde ich von allen deutschen Schulen, an denen ich mich beworben habe, abgelehnt oder hatte aufgrund eines Auslandsaufenthaltes nicht die Möglichkeit, an Eignungsprüfungen teilzunehmen, da Ersatztermine nicht vergeben wurden.   
Ich nahm dann einen Studienplatz für Logopädie in den Niederlanden an und zog ins 300 km entfernte Groningen. Eine Woche vor Studienbeginn kam die überraschende Zusage einer deutschen Logopädenschule, der ich gern gefolgt bin und so habe ich dort den Ausbildungsplatz  angenommen.  
Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut. Sowohl in den theoretischen Fächern als auch im Umgang mit meinen Patienten innerhalb der Ausbildung durfte ich von Beginn an sehr eigenverantwotlich arbeiten. Es finden in regelmäßigen Abständen Supervisionen unserer Theapien durch die LehrlogopädInnn statt. Dadurch erhalten wir als Studierende eine konstruktive Rückmeldung über unseren derzeitigen Leistungsstand  und bekommen ständig die Möglichkeit geboten , unsere therapeutischen Kompetenzen zu verbessern und zu erweitern.
Nach dem eigentlichen Unterricht kann es ab und an auch einmal recht unruhig zugehen. Terminliche Absprachen unterschiedlicher Gruppenarbeiten und die Therapien, die nach dem offiziellen Unterricht stattfinden, erfordern daher ein hohes Maß an Selbstorganisation von den Studierenden.
Insgesamt empfinde ich meine Ausbildung als qualitativ sehr hochwertig und sich am akutellen Stand der Forschung orientierend. Auch das fächerübergreifende Arbeiten in eher psychologischen oder pädogogischen Bereichen gibt mir eine gewisse Sicherheit, gut auf meine spätere berufliche Tätigkeit vorbereitet zu werden. Beispielsweise hat unser Kurs in einer Projektwoche zum Thema „Gesprächsführung“ unter Supervision eines externen Dozenten gelernt, korrekt mit eventuellen persönlichen Problemen und Problemstellungen zukünftiger Patienten, die uns anvertraut werden, sorgsam und verantwortlich umgehen zu können. ,
Aufgrund meiner Erfahrung kann ich allen Interessenten mit dem Berufswunsch „Logopäde/Logopädin“ nur empfehlen, sich früh genug über alle Möglichkeiten der Ausbildung und ggf. berufsnahe Alternativen zu informieren, um gezielt und vor allem rechtzeitig an entsprechenden Bewerbungsverfahren teilzunehmen.