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Kommunikation ist unser Leben

Kommunikation bedeutet Austausch und Teilhabe. Jede Kommunikation findet in Interaktion statt, d.h. mindestens zwei Gesprächspartner tauschen sich verbal (Sprach/Gebärdenzeichen) und non-verbal (Gestik-Mimik) aus. Damit Kommunikation funktioniert, beziehen sich Gesprächspartner auf Dinge, die beiden vertraut sind (Weltwissen), setzen Zeichen ein (codieren), die der andere verstehen kann (decodieren), und verhalten sich entsprechend, d. h. sie halten bestimmte kulturspezifisch geprägte (Rede)Konventionen ein,  z. B. Ansprache von Vorgesetzten mit "Sie" gilt in Deutschland aber nicht in Nordeuropa. Wesentliche Elemente von Kommunikation sind "Sprache, Sprechen und Stimme", die Bereiche, in denen LogopädInnen tätig werden, daher sind sie Experten für Kommunikation.

Die Sprache gleicht dem im Stein schlummernden Feuerfunken. Ehe man gelernt hatte, ihn hervorzulocken, schien sein Dasein nur durch ein Wunder erklärlich. Einmal entzündet, pflanzte er sich mit unglaublicher Leichtigkeit fort.
(Wilhelm von Humboldt)

Menschen haben die Fähigkeit Sprache zu erwerben und sie als Symbolsystem zur Verständigung einzusetzen, sie sprechen miteinander und setzen dazu ihre Stimme ein. Voraussetzung dafür ist, dass sie in der Lage sind zu hören, ihre Stimme normal entwickelt ist und sie in der Lage sind zu artikulieren, was eine ungestörte Funktion der Mundmuskulatur wie beim Schlucken voraussetzt.  Auf alle diese Aspekte wird unter dem Menüpunkt "Normale Entwicklung im Kindesalter" eingegangen, der darüber hinaus Informationen zur allgemeinen Entwicklung, zur Sprach-und Sprechentwicklung, zum mehrsprachigen Spracherwerb und Lese- und Schreiberwerb enthält.

Die Förderung der Sprachentwicklung im Kindesalter ist spätestens seit PISA von hohem gesellschaftlichen Interesse. Dabei verfügen die meisten Eltern über Kompetenzen den Spracherwerb ihrer Kinder intuitiv zu unterstützen. Von besonderer Bedeutung ist die Sprachförderung in der Kita, weil seit dem Beschluß der Kultusministerkonferenz von 2001 "Sprachkompetenz bereits im vorschulischen Bereich" zu verbessern, in allen Bundesländern Bildungspläne erstellt wurden, die sich u. a. explizit mit "sprachlicher Bildung" auseinandersetzen. Die bundesweite Einführung von Sprachförderung hat in einigen Regionen zur Folge gehabt, dass sprachentwicklungsgestörte Kinder mit Hinweis auf die Sprachfördermaßnahmen in der Kita keine Sprachtherapie mehr erhalten haben, weil angenommen wird, dass zwischen Sprachförderung und Sprachtherapie kein Unterschied bestünde. Diese  Unterscheidung ist jedoch erforderlich, weil sprachentwicklungsgestörte Kinder nachweislich nicht von Maßnahmen zur Sprachförderung profitieren.

Wer seine Sprachfähigkeit nicht voll entwickeln kann oder verliert, ist gefährdet, ausgeschlossen zu werden: Aus dem Freundeskreis, aus der Gesellschaft, aus dem Beruf. Kinder, deren Sprachentwicklung zu wenig unterstützt wird, bekommen Probleme. Oder Menschen, die stottern. Menschen nach einem Schlaganfall. Menschen, deren Stimme den beruflichen Anforderungen nicht gewachsen ist.
Die Einschränkung der Kommunikationsfähigkeit bei Kindern und Erwachsenen kann sich auf "Sprache", "Sprechen", "Stimme" und "Schlucken" beziehen. Wenn mehrere Bereiche betroffen sind, handelt es sich um komplexe (Kommunikations)Störungen. Solche komplexen Störungen treten sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auf . Sie sind oft Folgen angeborener (z. B. Behinderungen) oder erworbener (z. B. Schlaganfall) Störungen.

LogopädInnen repräsentieren den Gesundheitsfachberuf, der in den Bereichen Prävention, Früherkennung, Frühförderung, Rehabilitation arbeitet und dort für die Beratung, Diagnostik und Therapie zuständig ist. Logopädinnen sind ebenfalls in freier Praxis tätig. Die Verordnung von Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie basiert auf den Heilmittelrichtlinien (HMR).

Sprache

Unsere Sprache entsteht im Kopf. Sprache, das sind für uns Worte, die uns zur Verfügung stehen, die wir über unser Gehört aufgenommen haben und die Art und Weise, wie wir sie zusammenfügen.

Wenn diese Fähigkeit gestört ist, ist uns eine Verständigung nur noch schwer möglich, oder kann sogar völlig unmöglich werden. Auf Kinder mit einer verzögerten Sprachentwicklung kann das zutreffen.

Oder auf Menschen, die nach einem Schlaganfall eine Aphasie (=erworbener Sprachverlust) erleiden. Sie müssen "neu lernen", was sie seit ihrer Kindheit beherrscht hatten - ihre Sprache.
Logopädie hilft allen Betroffenen, ihre Sprache zu finden.

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Sprechen

Das Sprechen ist die Ausführung unserer Sprache. Die uns zur Verfügung stehenden Worte müssen geformt, d.h. artikuliert werden. Allein 120 verschiedene Muskelgruppen  werden dabei miteinander koordiniert - hier können Störungen auftreten.
Die bekanntesten Sprechstörungen sind Lispeln und Stottern. Ist das Sprechtempo zu hoch, spricht man von Poltern, einer Redefluss-Störung, die bezeichnenderweise in die Umgangssprache Einzug gehalten hat. Unflüssiges Sprechen kann schnell in einen Teufelskreis aus Hänseleien, Unsicherheit und Sprechangst führen.
Logopädie hilft, zum flüssigen Sprechen zurückzufinden. Und die eigene Selbstachtung nicht von der Sprechkompetenz abhängig zu machen.
Auch Multiple Sklerose-Patienten können von Sprechstörungen betroffen sein. Sie erhalten Hilfe beim Zurückgewinnen der Kommunikationsfähigkeit, die für uns alle so wichtig ist.

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Stimme

Die Stimme ist ein wichtiges Merkmal eines jeden Individuums - an ihr erkennen wir uns, mit ihr wirken wir auf unsere Mitmenschen. Viele Menschen erwerben mit der Stimme ihren Lebensunterhalt und einige - insbesondere Sänger - sogar Ruhm. Meistens jedoch wird die Stimme in Sprechberufen genutzt - weniger glamourös vielleicht, aber mindestens ebenso wichtig.
Treten Störungen auf, hilft eine gezielte Behandlung beim Logopäden, den Beruf weiter und ohne Beeinträchtigungen ausführen zu können.
Stimmprobleme haben darüber hinaus viele Kinder schon im Kindesalter.  Aber auch Patienten mit Kehlkopfkrebs, mit denen nach einer Operation an einer "neuen" Stimmgebung gearbeitet wird.

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Schlucken

Die Muskeln, die uns das Sprechen ermöglichen, benutzen wir auch beim Schlucken. Etwa 2000-mal schluckt der Mensch pro Tag - meist ohne dass ihm dies bewusst ist.
Nicht schlucken zu können, verhindert die Nahrungsaufnahme, das Essen, und stellt eine ganz erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität dar.
Sich zu verschlucken kann sogar tödlich enden. Bei neurologisch bedingten Störungen, etwa nach einem Schlaganfall, einem Schädel-Hirn-Trauma oder einem Hirntumor übernehmen LogopädInnen die tragende Rolle bei einer Schlucktherapie, die interdisziplinär durchgeführt wird.

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