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Übersicht und Zulassungsvoraussetzungen

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur Promotion:

Wozu promovieren?

Immer mehr LogopädInnen ziehen eine akademische Weiterqualifikation nach einem abgeschlossenen Masterstudium in Betracht. Eine Promotion berechtigt zum selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten und liefert damit die Voraussetzung für eine wissenschaftliche Laufbahn. In der Hochschule gibt es vereinzelt (unbefristete) wissenschaftliche Stellen, für die eine Promotion verlangt wird. Meistens liegt hier der Schwerpunkt in der Lehre. An Fachhochschulen kann eine Promotion bereits als akademischer Qualifikationsnachweis für die Berufung auf eine Professur genügen. Die promovierten KollegInnen, die eine universitäre wissenschaftliche Laufbahn einschlagen möchten, müssen sich nach der Promotion nochmals mehrere Jahre weiterqualifizieren, sei es durch eine Habilitation oder eine erfolgreiche Tätigkeit als Junior-ProfessorIn. Neben der wissenschaftlichen Laufbahn kann eine Promotion aber auch angestrebt werden, um in den logopädischen Anwendungsfeldern Positionen mit einem höheren Verantwortungsbereich zu bekleiden. Eine Promotion führt allerdings nicht automatisch zu einer höheren Entgeltstufe.

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Die Voraussetzung für eine Promotion ist zum einen formal durch einen sehr guten bis guten Masterabschluss (M.A. oder M.Sc.) zu erfüllen, der in einigen Bundesländern auch an der Fachhochschule erworben worden sein kann. Zum anderen muss die Eröffnung eines Promotionsverfahrens bei einer Fakultät beantragt werden. Hierzu ist es nötig, bereits BetreuerInnen der Doktorarbeit zu benennen. Die Fakultät vergibt den Grad der Promotion, die Promotionsordnungen der Fakultäten legen hierzu je spezifische Vorgaben fest. Diese sind an den jeweiligen Hochschulen im Internet abrufbar. Grundsätzlich kommen als BetreuuerInnen ProfessorInnen an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen in Betracht. Fachhochschulen besitzen nicht das Promotionsrecht. Einzelne Universitäten bzw. Fakultäten erlauben jedoch auf Antrag eine Zweitbetreuung der Doktorarbeit durch eine/n qualifizierten Fachhochschulprofessor/in. Für die Entscheidung zur Annahme eines Promotionsvorhabens ist die inhaltliche Passung des Promotionsthemas mit der Ausrichtung der Fakultät von Belang. Für den Bereich der Logopädie kommen damit sowohl medizinische als auch philosophische oder sozialwissenschaftliche Fakultäten in Betracht, in denen etwa die Fächer Psychologie, Rehabilitationswissenschaften, Erziehungswissenschaft, Sonderpädagogik oder Linguistik vertreten sind. Da die Logopädie keinem universitären Studiengang entspricht, wird in der Regel geprüft, ob die Kandidatin spezifische Inhalte nachstudieren muss.

Gibt es unterschiedliche Wege, die Promotionsleistung zu erbringen?

An einigen, vor allem medizinischen, Fakultäten gibt es die Möglichkeit der sog. kumulativen Promotion, bei der eine in der Regel genau benannte Anzahl an (internationalen) Veröffentlichungen in anerkannten peer-review-Zeitschriften ausreicht. In geisteswissenschaftlichen Fakultäten wird hingegen häufig eine Monographie erwartet.  Empirisch ausgerichtet Disziplinen orientieren sich meist an einem Mischmodell, bei dem Forschungsergebnisse während der Promotionszeit veröffentlicht werden, die dann in einer Promotionsschrift kohärent und stringent zusammengebunden werden. Dieses Vorgehen entspricht auch den Empfehlungen des deutschen Wissenschaftsrates von 2011 zur Qualitätssicherung in Promotionsverfahrenn (siehe Qualitätssicherung)
Die Fakultäten legen neben der Abfassung der Schrift(en), mit denen die Promotion beantragt wird, auch fest, ob darüber hinaus eine Verteidigung der Arbeit (Disputation) oder eine mündliche Prüfung (Rigorosum) gefordert ist. Sowohl der schriftliche als auch der mündliche Teil der Promotionsprüfung werden sodann bewertet und in einer Gesamtnote zusammengefasst.
Der akademische Grad des Doktors darf erst geführt werden, wenn alle Prüfungsleistungen erfolgreich bestanden wurden und die Promotionsurkunde überreicht worden ist. Doktorgrade, die im Ausland erreicht wurden, werden in Deutschland meist anerkannt. Im Bereich der Logopädie handelt es sich in der Regel um den philosophischen Doktorgrad Dr. phil.

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