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Fragen und Antworten zu Ausbildung, Studium und Beruf

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Welches sind - in aller Kürze - die Aufgaben der Logopäden?

Der Beruf der Logopädin/des Logopäden gehört zu den nichtärztlichen Gesundheitsfachberufen. Die Aufgaben bestehen in der logopädischen Diagnostik und der Therapie von Kommunikationsstörungen sowie in der Prävention und Beratung der Patienten und ihrer Angehörigen.

Immer mehr Logopäden arbeiten auch im Bereich der Sprachförderung, insbesondere in der Beratung und Fortbildung von Eltern und Erziehern. Im präventiven Bereich sind Logopäden beispielsweise in der Stimmprophylaxe für Menschen in Sprechberufen tätig.

Wie viele Logopäden gibt es derzeit in Deutschland?

Im Deutschen Bundesverband für Logopädie e. V. (dbl), dem einzigen bundesweiten logopädischen Berufsverband in Deutschland, sind derzeit mehr als  11.500 angehende sowie ausgebildete angestellte und selbständige Logopäden organisiert. Mehr als 90% der dbl-Mitglieder sind weiblich.

Gibt es einen Bedarf an Logopäden?

Der Bedarf an LogopädInnen in Deutschland wird in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter steigen. Schon jetzt ist die Versorgung in ländlichen Gebieten teilweise unzureichend. Denn je älter die Menschen werden, desto häufiger treten Erkrankungen auf, die mit Stimm-, Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen einhergehen. Außerdem zeichnet sich ab, dass die Expertise von LogopädInnen auch im Bildungswesen zunehmend gefordert werden könnte (Sprachförderung).

Wie ist die Ausbildung der Logopäden geregelt?

Die Logopädieausbildung ist auf Bundesebene durch das Gesetz über den Beruf des Logopäden (LogopG)  und die Ausbildungs- und Prüfungsordnung (LogAPrO) geregelt.  Diese Gesetze wurden 1980 erlassen und im Herbst 2009 durch die sogenannte Modellklausel (siehe unten) ergänzt (§ 4 Absatz 5 LogopG). Seitdem  wird Logopädie auch an einigen Hochschulen als primärqualifizierendes Studium  angeboten. Zurzeit (Stand: April 2013) gibt es somit zwei Ausbildungsformen, Logopädin/Logopäde zu werden: die Ausbildung an Berufsfachschulen und das Hochschulstudium. Für beide Ausbildungsformen gilt, dass im 6. Semester das Examen durchgeführt wird. Es beinhaltet einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil. Während die berufsfachschulische Ausbildung mit dem erfolgreich abgelegten Examen beendet ist, folgen bei den Studiengängen (je nach Studientyp) noch ein bis zwei Semester, in denen die Bachelorarbeit geschrieben wird. Nach dem Studium haben die Absolventen somit das staatliche Examen für LogopädInnen und den Bachelortitel erworben.

Der Deutsche Bundesverband für Logopädie (dbl) als Fach- und Berufsverband der Logopäden  hat zur Qualitätssicherung in der Logopädie-Ausbildung ein spezifisch auf die Logopädie-Schulen ausgerichtetes Qualitätssicherungsverfahren initiiert. Schulen, die an diesem Verfahren erfolgreich teilgenommen haben, erhalten das dbl-Siegel "Geprüfte Qualität".

Wo findet die Ausbildung der LogopädInnen statt?

Die schulische Ausbildung der LogopädInnen ist nach dem Logopädengesetz den Berufsfachschulen zugeordnet. Derzeit gibt es in Deutschland über 80 staatliche oder private Ausbildungsstätten für Logopädie.

Der Deutsche Bundesverband für Logopädie (dbl) als Fach- und Berufsverband der LogopädInnen hat zur Qualitätssicherung in der Logopädieausbildung ein spezifisch auf die Logopädieschulen ausgerichtetes Qualitätssicherungsverfahren initiiert. Schulen, die an diesem Verfahren erfolgreich teilgenommen haben, erhalten das dbl-Siegel "Geprüfte Qualität".

Auf der Homepage www.dbl-ev.de › der dbl › Qualitaetsmanagement › Qualitaetssicherung in der Ausbildung erhalten Sie Auskünfte über die unterschiedlichen Empfehlungen des dbl zur Qualitätssicherung für die berufsfachschulische Ausbildung.

Im Herbst 2009 hat der Gesetzgeber das Logopädengesetz um eine Modellklausel ergänzt. Die Bundesländer haben dadurch die Möglichkeit, die Ausbildung zum Logopäden bzw. zur Logopädin an den Hochschuleen durchzuführen, wie es in den anderen europäischen Ländern selbstverständlich ist. Weitergehende Informationen zu den Themen Ausbildung und Studium finden Sie auf der dbl-Homepage www.dbl-ev.de › Bildung und Wissenschaftsförderung.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?

Nach dem Gesetz über den Beruf der Logopäden bestehen für die Berufsfachschulausbildung folgende Voraussetzungen:

  • eine abgeschlossene Realschulausbildung oder
  • eine andere, gleichwertige Ausbildung oder
  • eine nach dem Hauptschulabschluss abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer.

Die Statistik zeigt jedoch, dass die überwiegende Mehrzahl der LogopädInnen über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügt, die auch für eventuell anschließende Aufbau- oder Weiterbildungsstudiengänge benötigt wird (siehe Frage 16). Die Zugangsvoraussetzungen für die neuen primärqualifizierenden Logopädie-Studiengänge im Rahmen der Modellklausel entsprechen den allgemeinen Voraussetzungen für den Hochschulzugang.

Welche sonstigen Voraussetzungen gibt es?

Die hohen Ansprüche der theoretischen Ausbildung führen dazu, dass von den Schulen in der Regel Bewerber mit Abitur bevorzugt angenommen werden. Im Rahmen von Aufnahme- und Eignungsprüfungen und in einer ärztlichen Untersuchung werden die Bewerber zudem hinsichtlich ihrer persönlichen Eignung für diesen vielseitigen therapeutischen Beruf geprüft. Wichtige Aspekte sind: differenziertes mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen, keine Sprech- und Sprachfehler, eine gute Stimme, ein gutes Gehör, Musikalität, Einfühlungsvermögen, hohe Aufmerksamkeit, Teamfähigkeit sowie Interesse an Medizin, Psychologie und Pädagogik.
Bei den Modellstudiengängen kommt es zu unterschiedlichen Bewerbungsverfahren; zum Teil erfolgt die Zulassung über einen Numerus Clausus, zum Teil über die o.g. Auswahlkriterien.

Wie ist die Bewerbersituation?

Aktuelle Zahlen zum Verhältnis Bewerber - Ausbildungsplätze liegen dem dbl derzeit nicht vor.

Welche Rolle spielen externe Praktika?

Die externen Praktika dienen der Möglichkeit zur Hospitation sowie der Erweiterung und Vertiefung der bereits an den Ausbildungsstätten erworbenen praktischen Fähigkeiten in den Bereichen logopädische Untersuchung, Befunderhebung, Therapieplanung und -durchführung.

Darüber hinaus sollen die Studierenden einen Einblick in die Strukturen und Arbeitsabläufe unterschiedlicher logopädischer Arbeitsbereiche bekommen. Die externen Praktika sind eine Ergänzung und bilden keinen Ersatz für die interne praktische Ausbildung an der Berufsfachschule bzw. Hochschule. Auf der Homepage www.dbl-ev.de > der dbl > Qualitaetsmanagement finden Sie die Empfehlungen des dbl zur Qualitätssicherung in der Ausbildung, in denen auch auf das Thema Praktika eingegangen wird.

Was kostet und wer zahlt die Ausbildung?

Die Schulen in privater Trägerschaft erheben grundsätzlich Ausbildungs- und Prüfungsgebühren. Diese reichen von ca. 500 bis 1.000 Euro pro Monat. Auch einige staatliche Schulen verlangen Ausbildungsgebühren, die allerdings in der Regel deutlich niedriger ausfallen. In manchen Schulen staatlicher Trägerschaft ist die Ausbildung für die angehenden LogopädInnen nach wie vor unentgeltlich. Für die Dauer der Ausbildungszeit kann Bundesausbildungsförderung beantragt werden. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie auf der dbl-Homepage www.dbl-ev.de >Bildung und Wissenschaftsförderung.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die schulische Ausbildung dauert in der Regel 6 Semester bzw. drei Jahre. Es handelt sich um eine Vollzeitausbildung mit etwa 12 Wochen Ferien pro Jahr. In diesem Zeitraum werden – entsprechend der Ausbildungs- und Prüfungsordnung - mindestens 1740 Stunden theoretische und 2100 Stunden praktische Ausbildung absolviert.
Die hochschulische Ausbildung umfasst weitere Studienzeiten. Je nach Gestaltung des Studienganges schliessen sich den drei Jahren noch ein bis zwei Semester an, in denen u.a. die Bachelorarbeit geschrieben wird.

Welches sind die Inhalte der logopädischen Ausbildung?

Zu den Inhalten der theoretischen und praktischen logopädischen Ausbildung gehören:

  • Theorie im medizinisch sprachpathologischen Bereich (Anatomie, Physiologie, Pathologie, Logopädie, Phoniatrie, Audiologie inkl. Pädaudiologie und Hörgeräteakustik, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Aphasiologie, Pädiatrie und Neuropädiatrie, Neurologie und Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Kieferheilkunde)
  • Theorie im sozial- und sprachwissenschaftlichen Bereich (Psychologie, klinische Psychologie, Pädagogik, Sonderpädagogik, Soziologie, Linguistik, Phonetik, Berufs- und Gesetzeskunde)

Die praktische Ausbildung untergliedert sich in:

  • Hospitationen in Logopädie, Phoniatrie und anderen fachbezogenen Bereichen
  • Praxis in der Zusammenarbeit mit den Angehörigen des therapeutischen Teams auf den Gebieten der Audiologie und Pädaudiologie und der Psychologie (einschließlich Selbsterfahrungstechniken
  • Hinzu kommt noch das Fach Musiktherapie.

Wo kann man nach der Ausbildung arbeiten?

Etwa die Hälfte der LogopädInnen arbeiten als Selbständige in der eigenen Praxis. Daneben sind LogopädInnen als Angestellte in den logopädischen Praxen, in Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen, Ambulanzen, Förderzentren und Kindergärten, an Berufsfachschulen und Hochschulen tätig. Immer mehr LogopädInnen arbeiten auch im pädagogischen Sektor, zum Beispiel in der Therapie von Lese-Schreib-Schwäche oder im Bereich der Sprachförderung.
Hier steht insbesondere die Beratung und Fortbildung von Eltern und Erziehern im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Auch in der Prävention sind LogopädInnen tätig (z.B. Stimmprophylaxe für Menschen in Sprechberufen).

Wer wird von Logopäden behandelt und was beinhaltet die logopädische Tätigkeit im medizinisch-therapeutischen Bereich?

Behandelt werden Menschen aller Altersstufen, wobei Kinder einen großen Anteil der Patienten ausmachen. Die Aufgabe der LogopädInnen besteht in der logopädischen Diagnostik sowie in der Therapie und Beratung bei Störungen der Stimme, der Sprache, des Sprechablaufs, des Redeflusses, des Schluckvorgangs und der Nahrungsaufnahme. Dem liegen folgende Krankheitsbilder zugrunde:

  • Stimmstörungen organischer, funktioneller oder seelisch bedingter Art
  • Störungen nach einer Kehlkopfoperation (mit Erlernen einer Ersatzstimme)
  • Spezifische Störungen der Sprachentwicklung bei Kindern
  • Verzögerungen der Sprachentwicklung unterschiedlicher Ursache
  • Sprach- und Sprechstörungen aufgrund von Hörstörungen
  • Zentralbedingte Sprach- und Sprechstörungen, Störungen der Nahrungsaufnahme aufgrund neurologischer Erkrankungen
  • Störungen des Redeflusses (Stottern, Poltern)
  • Schluckstörungen

Welche Fortbildungsmöglichkeiten bzw. berufliche Entwicklungsmöglichkeiten haben ausgebildete Logopädinnen?

Für eine erfolgreiche logopädische Arbeit sind auch nach Abschluss der Berufausbildung eine regelmäßige Fortbildung unumgänglich. Es werden zahlreiche Fortbildungsmaßnahmen in den verschiedenen Störungsbereichen angeboten. Diese beziehen sich beispielsweise auf spezifische Therapiemethoden oder auf wichtige neue Erkenntnisse in der logopädischen Forschung und in den wissenschaftlichen Grunddisziplinen. Relevant sind aber auch Fortbildungen zur Beratungsarbeit und Gesprächsführung. Für freiberuflich tätige LogopädInnen unentbehrlich sind darüber hinaus Fortbildungen zum Qualitäts- und Praxismanagement. Auch für Tätigkeiten außerhalb des medizinischen Bereichs werden zahlreiche einschlägige Weiterbildungen angeboten.

Welche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten haben Logopädinnen?

Einige Hochschulen bieten Studiengänge an, die auf eine Berufsfachschulausbildung aufbauen und unterschiedliche Weiterqualifikationen ermöglichen. So bereiten manche Hochschulstudiengänge auf Leitungsfunktionen in der Lehre, in Krankenhäusern oder in Praxen vor. Andere Studiengänge sind interdisziplinär ausgerichtet und vertiefen dabei auch das logopädische Wissen.
Weitere Informationen über Studiengänge und Studienmöglichkeiten finden Sie auf der dbl-Homepage www.dbl-ev.de >Bildung und Wissenschaftsförderung.

Die Möglichkeiten des beruflichen Aufstiegs angestellter LogopädInnen sind insgesamt eher bescheiden und gehen über die relativ wenigen Leitungsstellen in klinischen Einrichtungen und im Bereich der Lehrlogopädie kaum hinaus. Der dbl ist davon überzeugt, dass zukünftige LogopädInnen mit primärqualifizierender Hochschulausbildung insbesondere durch ihren Zugang zur Forschung mehr Möglichkeiten haben werden, sich beruflich weiterzuentwickeln.

Wie sieht es mit dem Verdienst aus?

Angestellte LogopädInnen werden im Öffentlichen Dienst, bei kirchlichen Trägern und in vielen großen klinischen Einrichtungen nach entsprechenden tarifvertraglichen Vereinbarungen (TVöD, TV-L, AVR und Haustarifverträge) vergütet.

Der TVöD-Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes/Bund gilt als "Leittarif" für die Entlohnung in anderen Bereichen, jedoch sind Abweichungen möglich. Die Tarifverträge TVöD/TV-L (das "L" steht für die Bundesländer, die einen eigenen Tarifvertrag entwickelt haben), werden insgesamt in 15 Entgeltgruppen unterteilt (E 1 – E 15). Mit diesen Gruppierungen soll eine erfahrungs- und leistungsorientierte Vergütung ermöglicht werden. Für Fachberufe mit dreijähriger Ausbildung, darunter fallen auch LogopädInnen mit Berufsfachschulabschluss, gelten die Stufen 5 – 8 (€ 1977, 98 bis 2248,86), für Bachelor- oder Fachhochschulabsolventen sind die Stufen 9 – 12 vorgesehen (2402,50 bis 2924,88), für das wissenschaftliche Hochschulstudium/ Master die Entgeltgruppen von 13 – 15 (€ 3.262,89 bis 3.908,18).

Die Beschäftigten erreichen die jeweils nächste Stufe - von Stufe 3 an in Abhängigkeit von ihrer Leistung – nach folgenden Zeiten einer ununterbrochenen Tätigkeit innerhalb derselben Entgeltgruppe bei ihrem Arbeitgeber (Stufenlaufzeit):

Stufe 2 nach einem Jahr in Stufe 1,
Stufe 3 nach zwei Jahren in Stufe 2,
Stufe 4 nach drei Jahren in Stufe 3,
Stufe 5 nach vier Jahren in Stufe 4
Stufe 6 nach fünf Jahren in Stufe 5 bei den
Entgeltgruppen 2 bis 8.

Die entsprechenden Tariftabellen sind über den Personal-/Betriebsrat oder die Klinikleitung zu erfahren. Die Entgelttabellen des TVöD und TV-L finden Sie auf der Homepage www.oeffentlicher-dienst.info > TVöD

Ist es wichtig, sich als Logopädin zu spezialisieren?

Das außerordentlich breite logopädische Behandlungsspektrum, wissenschaftliche Fortschritte in den Bezugsdisziplinen der Logopädie, die wachsende logopädische Fachexpertise, der Trend zu medizinischen Versorgungssystemen (Stichwort: Disease Management) und die immer wichtiger werdende Qualitätssicherung befördern die berufliche Spezialisierung von LogopädInnen auf spezifische Therapieschwerpunkte. Auch die Entwicklung der Fallzahlen in einzelnen Störungsbereichen (zum Beispiel die aufgrund der demographischen Entwicklung zu erwartende wachsende Zahl von Patienten mit neurologisch bedingten Sprech- und Sprachstörungen) sprechen für eine zunehmende Spezialisierung in der Logopädie.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, wenn man sich als Logopäde/In selbständig machen möchte?

Nach Abschluss der Ausbildung bzw. des grundständigen Studiums können sich LogopädInnen selbständig machen. Gemäß § 124 SGB V besteht für sie der Anspruch, als Heilmittelerbringer zugelassen zu werden. Wer seine logopädischen Leistungen als Selbständige/r mit den Krankenkassen abrechnen will, braucht  eine Kassenzulassung, deren Einzelheiten in den Zulassungsbestimmungen der Spitzenverbände der Krankenkassen geregelt sind. Die Zulassung wird von den verschiedenen Kassenarten auf Landesebene erteilt.

Mit welchen Kosten muss man rechnen, wenn man eine logopädische Praxis eröffnet?

Zur Grundausstattung einer logopädischen Praxis gehören in der Regel neben geeigneten Räumen zwei Computer (für therapeutische Zwecke und für die Verwaltung), eine Videoanlage, ein gutes Gerät zur Wiedergabe sprachlicher Aufnahmen und die übliche Büroausstattung. Hinzu kommen die Kosten für logopädische Diagnostik- und Therapiematerialien, die, je nach Therapieschwerpunkt und ausgewähltem Material, unterschiedlich ausfallen.

Warum fordert der Deutsche Bundesverband für Logopädie (dbl) die Akademisierung der Logopädieausbildung?

Die ständig wachsenden Anforderungen an eine qualitätsgerechte patientenorientierte Ausbildung, gerade auch in theoretischen Fächern, die rasante Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Grundlagendisziplinen und die in allen Gesundheitsbereichen immer stärker in den Blickpunkt rückenden Qualitätsanforderungen haben dazu geführt, dass der Deutsche Bundesverband für Logopädie seit Jahren fordert, die Ausbildung der LogopädInnen - wie in allen anderen Ländern der Europäischen Union - an den Hochschulen anzusiedeln.
Nur so kann den steigenden Anforderungen, mit denen dieser Beruf konfrontiert ist, im Ausbildungsbereich auch in Zukunft adäquat Rechnung getragen werden. Die Akademisierung der Ausbildung ist nicht zuletzt die zentrale Voraussetzung für die dringend notwendige Etablierung einer eigenständigen logopädischen Forschung in Deutschland. Diese ist eine wesentliche
Voraussetzung für die Entwicklung einer evidenzbasierten Praxis, die insbesondere von den Kostenträgern im Gesundheitswesen zunehmend eingefordert wird. Die Verabschiedung des Gesetzes zur Einführung einer Modellklausel in die Berufsgesetze der Ergotherapeuten, Hebammen, LogopädInnen und Physiotherapeuten im Juli 2009 durch den Deutschen Bundestag hat die Logopädie diesem Ziel einen guten Schritt näher gebracht. Im Herbst 2009 fand diese Klausel Eingang in die Berufsgesetze. Damit kann nun auch im Bereich der Logopädie eine primärqualifizierende Hochschulausbildung erprobt werden. Die Modellklausel ist bis zum Jahr 2017 begrenzt und wird bis 2015 evaluiert. Neben den primärqualifizierenden Studiengängen bleibt die Berufsfachschulausbildung in den o. g. vier Berufsgruppen derzeit erhalten. Der dbl hat die Einführung der Modellklausel als ersten wichtigen und richtigen Schritt in Richtung einer unverzichtbaren Vollakademisierung der logopädischen Ausbildung begrüßt.

Weitere Informationen:

www.dbl-ev.de > Bildung und Wissenschaftsförderung.

* Zur besseren Lesbarkeit wird bei der Personenbezeichnung entweder die weibliche oder die männliche Form verwendet. Gemeint sind natürlich grundsätzlich beide Geschlechter.